Verein ermöglicht kostenlose Rundflüge Flutopfer aus Schuld dürfen Ahrtal von oben sehen

Wershofen · Dutzende Bürger aus Schuld gingen am Samstag in die Luft. Nicht aus Wut oder Ärger, ganz im Gegenteil. Die Segelfluggruppe Wershofen hatte ihre „Nachbarn“ eingeladen und bot kostenlose Rundflüge an.

Wershofen: Rundflüge über Ahrtal für Flutopfer aus Schuld
Foto: Thomas Weber

Den ganzen Tag kümmerten sich rund 30 Vereinsmitglieder um die insgesamt 55 angemeldeten Interessenten. „Mehr geht mit unseren Möglichkeiten hier vor Ort nicht“, machte Peter Wasel aus dem Vorstandsteam der Segelflieger klar. Und er schob gleich hinterher, dass sich der Verein ob des großen Interesses durchaus einen weiteren Flugtag für betroffene Ahrtaler aus weiteren Nachbargemeinden Wershofens an der Ahr vorstellen kann. Planungen gibt es aber noch keine.

Bei hochsommerlichem Wetter ging es für die Gäste zehn bis 15 Minuten in die Luft. Mal mit einem reinen Segelflieger, der mittels Winde wie eine Achterbahn in die Luft geschossen wurde, mal mit Motorsegler oder der viersitzigen Piper des Vorsitzenden Herbert Nett. Der startete auch schon mal zu einer etwas größeren Runde, die die Gäste an Bord bis nach Altenahr flog. Im reinen Segelflieger ging es für die meisten im großen Bogen über Schuld, hier spielte die Thermik eine große Rolle und entschied, ob der Flug auch mal etwas länger dauern durfte. Weil aber am Boden die nächsten Fluggäste warten, war das die Ausnahme.

Flutopfer aus Schuld konnten über das Ahrtal fliegen
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Flutopfer aus Schuld konnten über das Ahrtal fliegen

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„Im Prinzip fliegen wir die Leute dorthin, wo sie hinwollen“, so Wasel. Auch wenn sich ein Mitflieger, wie geschehen, einen Looping im Segelflieger wünschte, wurde dieser Wunsch erfüllt. Im Prinzip ging es den Menschen aber darum, einmal einen Blick auf ihren Ort und ihr Haus zu werfen. Oftmals gab es staunende Gesichter, manch einer musste suchen, ehe er Haus und Garten fand. Das kurvenreiche Ahrtal von oben hatten viele so auch noch nie gesehen. „Wir wollen hier keine Katastrophen zeigen, sondern den Menschen einmal Abwechslung und Durchatmen ermöglichen“, machte Wasel klar. Klar sehe man aus der Luft viele große und freie Flächen links und rechts der Ahr, die größeren Schäden würden aber deutlich, wenn man weiter flussabwärts komme. So weit ging es nicht. Und daher war es zumeist Begeisterung, die er nach den Flügen vernahm.

Dagmar Hoffmann hatte kein besonderes Ziel, dass sie sehen wollte. „Ich freue mich nur auf den Flug, vielleicht kann ich mal Schuld aus der Luft sehen“, meinte sie und durfte in die Piper steigen. Die stieg mit Herbert Nett am Steuer zu einer etwas größeren Runde auf, mit Blick auf die Hohe Acht und aufs Radioteleskop Effelsberg, aber auch auf Schuld, Insul, Fuchshofen oder Antweiler. Dagmar Hoffmann konnte sich kaum sattsehen. „Das war toll, meinte sie nach der Landung und dem Flug über den Wohnort, ihren Geburtsort Eichenbach oder Aremberg, wo sie lange tätig war.

Am Boden gab es erst einmal einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Das Kuchenbuffet hatten die Bürger aus Schuld spendiert, dafür lud der Segelflugverein abends noch zum Grillen ein. Die Flugkosten wurden in erster Linie von der Bürgerstiftung der VR Bank RheinAhrEifel übernommen.