Mineralwasserproduktion in der Region : Wasserproduzenten aus Bad Breisig loben ihr Produkt

Mineralwasser contra Leitungswasser: Vor allem um dieses Thema ging es beim Treffen im Bad Breisiger Rathaus. Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach sprach mit Vertretern der Brohler Mineral- und Heilbrunnen GmbH und der Privatbrunnen Tönissteiner Sprudel GmbH.

Die Verbandsgemeinde Bad Breisig ist eng und auf vielfältige Art und Weise mit dem Thema Wasser verbunden. Mit der Brohler Mineral- und Heilbrunnen GmbH und der Privatbrunnen Tönissteiner Sprudel GmbH verfügt die Verbandsgemeinde Bad Breisig darüber hinaus über zwei namhafte und traditionsreiche Mineralbrunnen sowie wichtige Wirtschaftsunternehmen innerhalb der Verbandsgemeindegrenzen.

Für Diskussionen innerhalb der Branche sorgte zuletzt SPD-Umweltministerin Svenja Schulze, die dazu riet, mehr Leitungswasser zu trinken (der GA berichtete). Das sehen jedoch längst nicht alle so. Viele fragen sich, was die Unterschiede zu Mineralwasser sind. „Denn Wasser ist nicht gleich Wasser“, so der Pressesprecher im Bad Breisiger Rathaus, Dominik Schmitz. Über die wirtschaftlichen Auswirkungen für die heimischen Betriebe sprach nun Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach mit den betroffenen Unternehmern der Mineralwasserwirtschaft.

„Die Mineralbrunnen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber für die Region und unsere Verbandsgemeinde. Durch ihren engen regionalen Bezug engagieren sich beide Unternehmen auch stark für die örtlichen Vereine. Daher suche ich bewusst den Dialog mit den Unternehmen, um mich über die Bedeutung des Naturprodukts Mineralwasser für Verbraucher und Umwelt zu informieren“, sagte Weidenbach. Ein Ziel der Politik müsse es sein, sich für die Belange der mittelständischen Betriebe einzusetzen und diese im Rahmen der Möglichkeiten zu unterstützen und zu stärken. „Für die in meinen Augen völlig überflüssige Diskussion zum Thema Mineralwasser contra Leitungswasser fehlt mir darüber hinaus jegliches Verständnis“, sagte der Verbandsbürgermeister.

„Bei dieser Diskussion handelt es sich um eine unzulässige Einmischung der Politik, eine Bevormundung der Verbraucher und reine Symbolik“, ärgerte sich Judith Schilling, Geschäftsführerin des Brohler Mineral- und Heilbrunnens. Mit dem Gedanken, mit verstärkter Nutzung von Leitungswasser etwas für die Umwelt zu machen, habe dies nichts zu tun. Schilling: „Mineralwasser ist eines der am besten kontrollierten Lebensmittel und mit amtlicher Anerkennung. Wir sind stolz auf unser Naturprodukt.“

Weiter sagte die Unternehmerin: „Unsere Branche ist Vorreiter bei der Abfallvermeidung durch Mehrweg und verschiedene Rücknahmesysteme. Mehrwegflaschen werden bis zu 50-mal wiederverwendet und auch PET wird bis zu 98 Prozent recycelt, so dass keine Flasche im Müll und der Umwelt landet.“ Die örtlichen Mineralwasserproduzenten setzten sich für die Region ein und stünden für Umweltschutz. „Die Region soll unbeschadet bleiben, wir haben – auch im Sinne unserer Quellen – ein natürliches Interesse daran“, ergänzte Schilling.

„Mineralwasser und Leitungswasser werden in den Medien vielfach als gleichwertig beschrieben. Es wird beispielsweise behauptet, Leitungswasser habe dieselbe Menge an Mineralien wie Mineralwasser. Das ist so nicht richtig. Insbesondere in unserer Region sind die Mineralwässer meist hoch mineralisiert. Die Mineralwässer Tönissteiner und Brohler haben durch ihren vulkanischen Ursprung ein Vielfaches mehr an Mineralien als Leitungswasser“, erklärte Hermann-Josef Hoppe, Geschäftsführer Privatbrunnen Tönissteiner Sprudel im Gespräch mit Weidenbach.

Das Mineralwasser stamme aus geschützten unterirdischen Wasservorkommen und zeichne sich durch seine Reinheit aus. Durch die in der Mineral- und Tafelwasserverordnung gesetzlich geregelte Abfüllung in Verpackungen, meist in Flaschen, werde die ursprüngliche Reinheit von der Quelle bis auf den Tisch des Verbrauchers garantiert. Die Qualität des in der Regel technisch und chemisch aufbereiteten und über mehrere Kilometer transportierten Leitungswassers hingegen werde vom Versorgungsunternehmen nur bis zum Hausanschluss garantiert, sagte Hoppe.