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Landesgartenschau in Bad Neuenahr: Ministerin freut sich auf klimaneutrale Schau

Landesgartenschau in Bad Neuenahr : Ministerin freut sich auf klimaneutrale Schau

Mit dem Rad fuhr Umweltministerin Ulrike Höfken alle die Punkte ab, an denen Klimaneutralität schon bei der Landesgartenschau Realität wird. Am Ursprung der Kreisstadt wird künftig auch Energie sprudeln.

Die Ministerin war mit dem Radl da: „Landesgartenschau 2022“ stand auf den Holmen des weißen Zweirades geschrieben – und wegen der in zwei Jahren anstehenden Großveranstaltung in der Kurstand war Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz, auch an die Ahr gekommen. Zum einen machte sich die Vertreterin der Landesregierung per Fahrrad über den Stand der Bauarbeiten in der Laga-Stadt sachkundig, zum anderen sorgte sie mit kräftigen Pedaltritten für weiteren Aufschwung der Aktion „Stadtradeln“.

Der Verkehrssektor in Rheinland-Pfalz ist für rund 25 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen des Landes verantwortlich, so die Politikerin der Grünen. „Um bis 2050 klimaneutral zu werden, unterstützt Rheinland-Pfalz klimafreundliche Mobilität.“ Ein Zeichen hierfür setze die Klimaschutzkampagne „Stadtradeln“ des Klima-Bündnisses, die mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums auch in Bad Neuenahr-Ahrweiler stattfindet.

Umweltpolitischer Konsens in Bad Neuenahr

Also war es für Bürgermeister Guido Orthen und einige Ratsvertreter eine Ehrenpflicht, ebenfalls auf ihre Räder zu steigen, um mit der Ministerin wesentliche Punkte der Landesgartenschau anzufahren, wobei Höfken die wichtigsten Projekte für eine klimaneutrale Landesgartenschau 2022 erklärt wurden. Zuvor hatte Orthen unterstrichen, in der Stadt gebe es einen „umweltpolitischen Konsens“, was die mitradelnden Wolfgang Schlagwein (Grüne) und Rolf Deißler (FDP) nur bestätigen konnten.

Erste Station war der Bahnhofsvorplatz, an dem künftig alle Potenziale für das Gesamtkonzept Öffentlicher Personennahverkehr ausgeschöpft werden sollen. Schon jetzt habe sich die Taktung der Regiobuslinien erheblich verbessert, für die Landesgartenschau sei gar eine 20-Minuten-Taktung für die Ahrtalbahn vorgesehen, berichtete Orthen. Höfkens Wunsch: Busse und Bahnen sollten auch für Fahrradtransporte ausgelegt sein.

Raum nahm auch der geplante Bau eines Blockheizkraftwerkes in Nähe des Apollinarisstadion ein. „Rheinland-Pfalz ist in den vergangenen zehn Jahren vom Stromimporteur zum Stromproduzenten geworden Nicht zu einhundert, aber zu 75 Prozent“, so die Ministerin. Das sei schon eine Systemumkehr. „Die Stadtwerke sind die Schlüsselfaktoren für die Zukunft“, meinte die Vertreterin der Landesregierung. Für Orthen genug Veranlassung, auf die Rolle der vor zehn Jahren gegründeten Ahrtal-Werke hinzuweisen: „Deren Fernwärme soll primäre Energiequelle der Gartenschau sein.“

20 000 Liter Wasser pro Stunde

Im Kurpark führte das Stadtoberhaupt die Ministerin an den Großen Sprudel, „den Ursprung unserer Kurstadt“, wie Orthen erklärte. 20 Kubikmeter heißes Wasser spuckt der Sprudel fontänenhaft in der Stunde aus. Die Energie soll künftig genutzt werden. Etwa für die neue Konzerthalle.

An Hand von Plänen zeigten die Vertreter der Stadt Höfken, wie die Kurgartenbebauung in spätestens fünf Jahren aussehen und sich in die umliegenden, teils unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeensembles einfügen soll. Höfken: „Ich hoffe, es kommt etwas Schönes dabei heraus.“ Die Pläne zumindest seien vielversprechend. Ohnehin unterstrich Höfken: „Die Landesgartenschau ist ein großes Projekt, das große Chancen bietet.“ Zwar könne sie sich dank zurückliegender Besuche gut an die alte Konzerthalle erinnern – doch sei es völlig in Ordnung, dass nun etwas Neues entstehe.

Schlussendlich konnte die Ministerin in der Überzeugung nach Mainz zurückfahren, dass die Landesgartenschau 2022 ihr Ziel, mit kleinen und großen Maßnahmen möglichst nur geringe CO2-Fußabdrücke zu hinterlassen, wohl erreichen wird.