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Motorrad bei Spezialfirma ausgerüstet: Mit 80 PS von Sinzig nach Australien

Motorrad bei Spezialfirma ausgerüstet : Mit 80 PS von Sinzig nach Australien

Motorrad "Gregor“ ist 20 Jahre alt, hat 50 000 Kilometer auf dem Buckel, verfügt über 80 PS und 1100 Kubik. Mit ihrer BMW wollen Melli Maguhn und Matze Ruffing auf große Tour gehen. Ihr Ziel: Australien.

In Sinzig wurde das Motorrad für die Reise aufwendig präpariert. Ein Jahr lang wird das Paar unterwegs sein, dabei unzählige Länder durchqueren, neue Menschen und andere Kulturen kennenlernen. „Ich bin sehr aufgeregt“, so die 30-jährige Melanie („Melli“) Maguhn am Montag bei der Abfahrt in Sinzig. Gemeinsam mit Matthias („Matze“) Ruffing (28) geht sie auf große Welttour.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass BMW-Motorradfahrer, die das Fernweh gepackt hat, das Sinziger Unternehmen Wunderlich aufsuchen, um ihre schweren Maschinen mit anständigem, fernreisetauglichem Equipment ausrüsten zu lassen. So auch Melli und Matze: Ihre alte BMW R 1100 GS, die auf den Namen Gregor getauft wurde, ließen sie bei Wunderlich so herrichten, dass sie alle Tücken des vor ihnen liegenden Alltags hoffentlich gut meistern.

Aufgerüstet für die Sicherheit

„Wir haben dieses Vorhaben gerne unterstützt. Das wird spannend“, so Arno Gabel von der Wunderlich GmbH, die bundesweit als Top-Adresse für Aus- und Aufrüstung von BMW-Maschinen gilt. Die Spezialisten in Sinzig statteten das Motorrad der beiden Globetrotter mit allem aus, was an denkbarem Reisekomfort für Zweiräder zur Verfügung stehen kann. Die Sicherheit wurde verbessert, Stoßdämpfer erhielten besonderen Schutz, Zylinder-Protektoren wurden angebracht und vieles mehr.

Lange haben sich Melli und Matze auf ihre Tour vorbereitet. Visa wurden beantragt, Routen ausgetüftelt, Besonderheiten auf der Strecke vermerkt. Und es wurde gespart. Matthias Ruffing arbeitete bislang als Koch, Maguhn bei einer Versicherung. Jeden Cent haben sie in den vergangenen Jahren zur Seite gelegt, um sich ihren Traum von der einjährigen Fernreise zu erfüllen.

Matze will unterwegs vor allem in die Kochtöpfe der Kollegen schauen, um sich deren Rezepturen zu merken, die er in seinem späteren Berufsleben vielleicht selbst anwenden will. „Ich bin quasi auf der Walz“, meint er schmunzelnd.

Probekochen in fernen Ländern

Durch Südosteuropa, die Türkei, den Iran, weiter über Pakistan, Indien, Nepal, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Malaysia, Indonesien bis nach Down Under soll die in Sinzig auf Vordermann gebrachte BMW rollen. Wer die Route verfolgen möchte, kann die Website www.reisegeschmack.com aufrufen. Dort teilen die gebürtigen Saarländer Melli und Matze ihre spannenden Abenteuer mit, ihre Erlebnisse und Begegnungen, vor allem aber auch, was Koch Matze unterwegs bei Kollegen so alles „anrichtet“. Denn das hat er vor: Er will in fernen Ländern probekochen.

„Nun wird es langsam ernst“ sagt Melli lächelnd, „wir sind überwältigt von der Unterstützung. Alle stehen unserem Vorhaben mit viel Wohlwollen gegenüber. Eine schöne Erfahrung. Und nicht zu vergessen, unsere Eltern, Familien und Freunde, auf die wir uns verlassen können.“

Der Aufbruch in Sinzig auf dem Firmengelände von Wunderlich naht: Die Wohnung ist aufgelöst, die Taschen sind gepackt, Matze lässt die Maschine an, man liegt sich in den Armen, Sozia Melli schwingt sich auf ihren Sitz, auf dem sie rund 30 000 Kilometer zurücklegen wird. Die Wunderlich-Mitarbeiter winken, die BMW röhrt vom Hof. In einem Jahr wollen Melli, Matze und Gregor zurück sein. Erste Anlaufstelle in der Heimat wird dann Wunderlich sein.