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Nachwuchs bei Wasserbüffeln: Babies im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen

Naturschutzgebiet Thürer Wiesen : Wasserbüffel haben doppelten Nachwuchs

Zwei weibliche Jungtiere sind im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen zur Welt gekommen. Allerdings können sie dort nicht dauerhaft bleiben.

Sie sehen aus, wie kleine Kälber nun einmal aussehen: sehr süß. Doch bei den beiden kürzlich neugeborenen weiblichen Jungtieren im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen im Landkreis Mayen-Koblenz unweit der Grenze zum Kreis Ahrweiler handelt es sich nicht um irgendwelche Kälber. Denn wenn sie einmal ausgewachsen sind, werden aus ihnen stattliche Karpatische Wasserbüffel.

Die beiden seien in der vergangenen Woche von verschiedenen Kühen zur Welt gebracht worden, berichtet Tanja Stromberg, Geschäftsstellen-Leiterin der Stiftung Natur und Umwelt im Landkreis Mayen Koblenz, die das Wasserbüffel-Projekt unterhält. Seit 2016 gebe es dies. Die Verbandsgemeinde Mendig, die Ortsgemeinde Thür und der Naturschutzbund hätten die Flächen, insgesamt 15 Hektar, dafür kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Stiftung bietet die Flächen als sogenanntes Öko-Konto an. Ein Ökokonto, so ist auf Wikipedia nachzulesen, dient der Flexibilisierung des Vollzugs der Naturschutz- beziehungsweise baurechtlichen Eingriffsregelung. Heutige Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen würden dokumentiert und könnten in einen Flächenpool eingetragen werden. Die Flächen stünden bei späteren Eingriffen in Natur und Landschaft im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen zur Verfügung.

Umsiedlung in andere Herde

Nach den Büffeln schaut Stromberg zufolge täglich ein Landwirt: nach den beiden Kälbern, den neun ausgewachsenen weiblichen Wasserbüffeln und dem Bullen, der der Vater der Kälber ist. Ein etwa einem Jahr, so Stromberg würden die Kälber in eine andere Herde umgesiedelt.

 Die Wasserbüffel im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen haben Nachwuchs.
Die Wasserbüffel im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen haben Nachwuchs. Foto: Martin Gausmann

Warum Karpatische Wasserbüffel auf den Thürer Wiesen angesiedelt wurden? Stromberg zufolge schaffen die Tiere „wertvolle Biotop-Strukturen“. So ernährten sie sich etwa von Schilf, dessen Wachstum ansonsten überhand nehmen würde. Davon profitierten beispielsweise Amphibien. Auch dass sie sich im Schlamm suhlten und „kleine Elefantenpfade“ anlegten, wirke sich positiv aus, so Stromberg. 

Die Tiere seien sehr robust. Daher könnten sie das ganze Jahr draußen im Naturschutzgebiet verbringen. Zusätzliches Futter bekämen sie lediglich im Winter in Form von Heu. Dies, so Stromberg, diene der Tiergesundheit.