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Nonnenwerth: Eltern wenden sich mit offenem Brief an Bischof

Gymnasium auf Nonnenwerth : Eltern wenden sich für Schulerhalt mit offenem Brief an Bischof

Schüler-Eltern haben sich wegen der für das Schuljahresende angekündigten Schließung des Franziskus-Gymnasiums auf Nonnenwerth an den Trierer Bischof gewandt. In einem offenen Brief fordern sie von Stephan Ackermann Unterstützung für den Schulerhalt.

Wo bleibt die Stimme der Kirche, konkret des Bistums Trier und des Dekanats Remagen-Brohltal? Mit Blick auf die vom privaten Träger angekündigte Schließung des Franziskus Gymnasiums auf Nonnenwerth richten Schüler-Eltern diese Frage in einem auf den 19. November datierten offenen Brief an den Trierer Bischof Stephan Ackermann und den Dechanten des Dekanats Remagen-Brohltal, Pfarrer Frank Klupsch.

Das Franziskus Gymnasium Nonnenwerth (FGN), so schreiben die Eltern, sei „eine der wenigen, wenn nicht die einzige Schule in der Umgebung, welche christliche Werte gezielt vermittelt und täglich mit den Schülerinnen und Schülern lebt“. Dies sei sehr vielen Eltern wichtig und habe für sie nicht zuletzt den Ausschlag gegeben, ihr Kind am FGN anzumelden.

Sie begrüßten es sehr, dass sich das Generalvikariat des Bistums inzwischen vermittelnd in die Thematik einbringe. Allerdings wäre eine frühere und auch vernehmbarere Äußerung des Bistums und des Dekanates wünschenswert gewesen, so führen die Eltern weiter aus.  Sie verstünden nicht, warum sich das Bistum und auch das Dekanat bezüglich der angekündigten Schließung „dieser traditionsreichen Schule“ in der Öffentlichkeit bisher so bedeckt halte. „So wie Gott für uns Menschen da ist, so sollte auch jetzt die Kirche vor Ort für unsere Kinder und für die Lehrer da sein“, schreibt das Elternpaar. Die Menschheit brauche junge Leute, die Werte wie Menschlichkeit, Respekt, christliches Miteinander, Empathie sowie Rücksicht gelernt und verinnerlicht haben und in ihr Leben und in ihre berufliche Tätigkeit einfließen lassen.

Träger Peter Soliman werfen die Eltern „ausschließlich auf Profit“ ausgerichtetes Verhalten vor. Soliman hatte die Schließung des Gymnasiums zum Schuljahresende angekündigt, da er die Kosten für den Brandschutz nicht mehr tragen könne.

Die Eltern appellieren an Bischof Ackermann und Pfarrer Klupsch sowie an „alle christlichen Amtspersonen in der Region, die Schule nicht im Stich zu lassen“. Sie bräuchten dringend jede Unterstützung, aktiv, moralisch, öffentlich wirksam und mit Nachdruck. „Dazu fordern wir Sie eindringlich auf.“

Seelsorger des Dekanats zeigen sich solidarisch

Allerdings: Dechant Klupsch teilte für die Dekanatskonferenz bereits am 18. November, also einen Tag vor dem offenen Brief der Eltern, mit, dass die Seelsorger des Dekanats Remagen-Brohltal mit „großem Bedauern“ die Entwicklungen um das Franziskus-Gymnasium zur Kenntnis nehmen.  Die Schließung der Schule, „womöglich eine Vermarktung der so traditionsreichen Kloster-Insel als Spekulationsobjekt“, sei empörend. Alle Seelsorger des Dekanates stünden solidarisch an der Seite der Lehrerschaft und Schüler und deren Familien.

Die Dekanatskonferenz wende sich an alle Verantwortlichen und die politischen Institutionen mit der Bitte, alles zu tun, um das Gymnasium als franziskanische Schule auf der Insel Nonnenwerth zu erhalten. Die Teilnehmer der Dekanatskonferenz böten gerne ihre seelsorgliche Unterstützung für Gespräche an, heißt es.