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Oberwinter: Bahnnutzer kritisieren Abriss der Bahnsteigdächer

Bahnhof Oberwinter : Bahnnutzer kritisieren Abriss der Oberwinterer Bahnsteigdächer

Die Bürgerinitiative Bahnhof Oberwinter hat eine Umfrage zur Situation am Bahnhof in Oberwinter durchgeführt. Sie ergab: Die Nutzer kritisieren den Abriss der Bahnsteigsdächer und wünschen sich vor allem eine schnelle, umstiegsfreie Verbindung in Richtung Bonn/Köln.

Eine kleine, allerdings nicht repräsentative Umfrage soll die Situation am Bahnhof in Oberwinter erhellen. „Wie wichtig ist für Sie der Bahnhof? Wie oft nutzen Sie den Bahnhof während der Corona-Krise?“ – Rund 30 Fragen waren es, die die Initiative Bahnhof Oberwinter im Internet den Nutzern der Bahnstation stellte. Nun liegt das Ergebnis vor.

„Wir sind nicht wirklich überrascht über die Antworten“, stellte Robert Schittko von der Initiative fest. „Sie decken sich im Wesentlichen mit der Stoßrichtung unserer Argumente, was die Verbindungssituation und den Bahnhofsumbau betrifft.“ Und Philipp Rosenthal ergänzte: „110 Personen haben an der Umfrage teilgenommen, was sicher nicht repräsentativ für die mehrere Hundert Reisenden täglich am Bahnhof ist. Aber ein gutes Stimmungsbild liefert die Auswertung der Antworten allemal.“

Es waren hauptsächlich Oberwinterer (75 Prozent), die bei der Umfrage mitmachten und Antwort gaben, gefolgt von Unkelbachern (elf Prozent), Bandorfern und Rolandseckern (jeweils zwei Prozent). Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden waren zwischen 40 und 60 Jahre alt. Für 22 Prozent der befragten Personen ist der Bahnhof persönlich wichtig, für 72 Prozent sogar sehr wichtig. Dies spiegelt sich auch im Nutzungsverhalten wider: Eine große Mehrheit der Befragten nutzt Bus und Bahn, um zur Arbeit, zur Schule oder Ausbildungsstätte oder zu Freizeitzielen zu gelangen. Am häufigsten (87 Prozent) fahren sie dabei in Richtung Bonn und Köln.

Offensichtlich stellte der nicht barrierefreie Bahnhof vor dem Umbau ein Hemmnis dar, Kinderwagen, Fahrräder oder Rollatoren mitzunehmen. Nach dem Umbau überlegen fast die Hälfte der Befragten, ihr Verhalten in dieser Hinsicht zu ändern, teilte die Initiative mit.

„Wir haben die Nutzer natürlich auch zu den Umbaumaßnahmen befragt“, erklärte Ingo Konrads, der Pressesprecher der Initiative. „Dabei ist der Abriss der Dächer wie zu erwarten sehr kritisiert worden. Nur wenige befürworten die geplanten Wetterschutzhäuschen.“ Eindeutig seien auch die Antworten zum Komfort des Bahnhofs gewesen: Sauberkeit, Sonnen- und Regenschutz, Sitzbänke und elektronische Fahrplananzeigen seien den Fahrgästen sehr wichtig. Zudem erhofften sich die Befragten einen Fahrradstellplatz auch auf der Bergseite des Bahnhofs sowie genügend kostenlose Pkw-Parkplätze.

Eindeutig nahmen die Reisenden Stellung zur Verbindungssituation: „Für 93 Prozent ist eine schnelle, umstiegsfreie Verbindung in Richtung Bonn/Köln von großer Bedeutung, für 67 Prozent sogar über Köln hinaus. Auch in Richtung Koblenz werden schnelle Direktverbindungen mehrheitlich (69 Prozent) gefordert“, so Konrads. Kein Wunder, dass somit dem bevorstehenden dauerhaften Halt des RE5/RRX in Oberwinter von 88 Prozent der Befragten eine ganz besondere Bedeutung beigemessen wird.

Perspektivisch werden 50 Prozent der Befragten den Bahnhof nach seinem Umbau genauso oft nutzen, während 31 Prozent angaben, am Bahnhof Oberwinter sogar häufiger als bisher in die Züge zu steigen. „Insgesamt sehen wir uns in unserer Arbeit bestätigt“, fasste Philipp Rosenthal das Ergebnis zusammen. „Und offensichtlich nutzen die Menschen aus Oberwinter und Umgebung ihren Bahnhof aus Überzeugung.“

Jetzt müsse der Bahnhof nach seinem Umbau und mit Aufnahme des Expressverkehrs durch den RE5/RRX nur noch zeigen, dass er zukunftsfähig sei und im Sinne der Verkehrswende und für den Klimaschutz noch mehr Menschen auf die Schiene holen.

Das komplette Ergebnis der Umfrage ist auf der Homepage der Initiative unter www.bahnhof-oberwinter.de zu finden.