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Brauchtum: Osterfeuer lodert an einem geheimen Ort

Brauchtum : Osterfeuer lodert an einem geheimen Ort

Besucher der Laurentiuskirche haben in der Osternacht nicht auf ein traditionelles Osterfeuer verzichten müssen. Dieses loderte hoch oben in den Weinbergen und war von der Kirche aus gut sichtbar. Den genauen Standort hielten die Organisatoren geheim.

Wenn die katholischen Christen aus Ahrweiler zur feierlichen Osternachtfeier in die Laurentiuskirche gehen, dann erwartet sie vor der Tür bereits das Osterfeuer, von dem das Licht in die Kirche gebracht wird. Nach der Feier steht man dann gerne noch rund um das immer noch brennende Feuer zusammen, um Ostergrüße auszutauschen und oftmals auch bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen.

An einem solchen Osterfeuer, das ist klar, versammeln sich die Menschen. Darum konnte es in diesem Pandemie-Jahr auch nicht auf dem Marktplatz angezündet werden. „Eine Osternachtfeier ohne Osterfeuer geht aber auch nicht“, dachten sich unisono zumindest Bärbel und Jürgen Knieps und brachten eine neue Idee für die Umsetzung ins Spiel.

Da vom Platz vor dem Kircheneingang die Kapelle in den Weinbergen und der daneben liegende Martinsfeuerplatz der Adenbachhut gut zu sehen sind, schlugen sie Pastor Jörg Meyrer vor, an besagter Stelle ein Osterfeuer anzuzünden, dessen Feuerplatz nicht beworben und streng geheim gehalten wird. Denn es sollte nicht zu einem Menschenauflauf an der Feuerstelle kommen. Andererseits aber sollten die Besucher der Osternachtfeier in St. Laurentius vor dem Betreten der Kirche zumindest ein Osterfeuer erblicken können.

Dass den beiden die Idee zum Osterfeuer in den Weinbergen kam, hat seine besondere Geschichte. Denn für Jürgen Knieps hat dieses Feuer eine ganz besondere Tradition. Im Alter von 17 Jahren – er war gerade der Feuerwehr beigetreten – trat man mit der Bitte an ihn heran, den alternden Küster von St. Laurentius beim Osterfeuer zu unterstützen. Das ist jetzt 43 Jahre her. Seither sind Jürgen und sein Bruder Werner für das Ahrweiler Osterfeuer verantwortlich.

In den Weinbergen musste das Feuer in diesem Jahr noch ein wenig größer leuchten, als auf dem Marktplatz, damit die Besucher der Osternachtfeier und mit ihnen die übrige Bevölkerung das Feuer auch wahrnehmen. Einen ganzen Anhänger voller Holz hatten Bärbel und Jürgen Knieps herbeigeschafft. Eine halbe Stunde vor Beginn der heiligen Messe entzündete Jürgen Knieps den Holzstapel und hielt diesen bis nach Beginn der Feier am Lodern, sodass das Feuer weithin sichtbar war.

Bärbel Knieps bat in einem kurzen Gebet um den Segen für dieses Feuer, dessen Flamme im Anschluss in einer Petroleumlampe von Katharina Timpe zu Tal in die Laurentiuskirche getragen wurde, um dort das Feuer an die Osterkerze weiterzugeben.