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Für Krebskranke: Radler touren für den guten Zweck durch den Kreis Ahrweiler

Für Krebskranke : Radler touren für den guten Zweck durch den Kreis Ahrweiler

In Bad Neuenahr stand die Wiege der Vortour der Hoffnung. Zum Silberjubiläum der Benefiz-Radtour mit vielen Prominenten geht es 2020 wieder durch den Ahrkreis. Insgesamt hat die Vortour schon fast fünf Millionen Euro gesammelt.

Tour der Hoffnung nennt sich das Projekt ehrgeiziger und meist prominenter Radfahrer, die Jahr für Jahr bei ihrer Tour Spenden sammeln, um damit das Leben krebskranker Kinder und ihrer Familien zu erleichtern. Rund 40 Millionen Euro kamen so bereits zusammen, fast 2,4 Millionen alleine im vergangenen Jahr. Größter Spender ist ebenfalls eine vom Tour-Virus infizierte Sport-Familie, die unter dem Namen Vortour der Hoffnung im kommenden Jahr zum 25. Mal an den Start geht.

Initiiert wurde das Projekt von Jürgen Grünwald, der im Jahr 1994 als damaliger Verkehrsdirektor in Bad Neuenahr-Ahrweiler den Empfang des Tour-Feldes so toll inszenierte, dass er eingeladen wurde, im Jahr 1995 bei der Rundfahrt mit an den Start zu gehen.

„1995 sind wir dann zu zweit von Bad Neuenahr aus zum Startort nach Gießen geradelt und haben 4500 Mark Spendengelder mitgebracht, das war der Anfang der Vortour“, erinnert sich Grünwald gerne an die allererste Fahrt zurück. Heute sind es meist um die 150 Radler, die auf ihrer dreitägigen Tour Jahr für Jahr mehr Gelder einsammeln, wenn sie kreuz und quer durch Rheinland-Pfalz radeln. Alleine 615.831 Euro konnte die Vortour der eigentlichen Tour 2019 übergeben. Mit diesem neuen Vortour-Rekord hatte man ein Viertel der Spendengelder alleine aufgebracht.

Im kommenden Jahr werden sich erneut Radsportbegeisterte auf die dreitägige Strecke durchs nördliche Rheinland-Pfalz und das südliche Nordrhein-Westfalen machen und dabei versuchen, zum Jubiläum wieder einen neuen Rekord zu erradeln. Insgesamt hat die Vortour schon fast fünf Millionen Euro gesammelt.

Weil die Vortour im Ahrkreis geboren wurde, wird die Jubiläumsfahrt dort gleich drei Mal Station machen. Jetzt stellten die Organisatoren ihren örtlichen Ansprechpartnern das Projekt vor. Am Montag, 10. August, kommt der Tross wahrscheinlich gegen 14 Uhr auf dem Ahrweiler Marktplatz an und bleibt eine Stunde. Weiter geht es nach Sinzig und dann nach Bad Breisig. Überall wird ein buntes Showprogramm geboten und so manch einer der Mitfahrer dürfte fleißig Autogramme schreiben. Denn der Tross der Prominenz wird groß sein. Ab sofort werden örtliche Kümmerer Vereine, Firmen, Kommunen oder Privatleute ansprechen und für Aktionen zugunsten der Tour-Spendenschweine sorgen. Alle Stopp-Orte haben bereits versprochen, sich mächtig ins Zeug zu legen, damit der Aufenthalt der Radler zu einem „Fest im Zeichen der Hilfe“ werden kann. Die Kinder der Kitas und Schulen sollen trotz Ferien dabei sein, das eigens für die Tour geschriebene Lied einstudieren und den Toursänger lautstark unterstützen.

Zum Jubiläum wurden neue Ideen geboren, 25 Leuchtturmprojekte soll es geben, die besonders üppige Spenden hervorbringen sollen. Eine davon gibt es bei der PS-Auslosung der Kreissparkasse Ahrweiler, in deren Räumen die Jubiläumstour vorgestellt wurde. „Ihr habt schon bei der allerersten Vortour gespendet“, klärte Jürgen Grünwald Vorstandschef Dieter Zimmermann auf. Der hat sich den Termin der Rundfahrt schon dick in den Kalender geschrieben und freut sich. „Das ist schon eine besondere Sache, mit mehr als 100 Gleichgesinnten Ahr- oder Rheintal runter zu fahren. Da fühlt man sich wie Eddy Merckx“, so Zimmermann.

Alle Teilnehmer sind im Übrigen komplett ehrenamtlich unterwegs, betonte Jürgen Grünwald anlässlich der Tour-Vorstellung. „Somit wird das Spendengeld zu 100 Prozent dahin fließen, wo es gebraucht wird“, so der Initiator. Das ist unter anderem die Kinderkrebsforschung. Auch dank der Tour der Hoffnung konnte die Überlebenschance bei Leukämieerkrankungen von Kindern von 50 auf 85 Prozent gesteigert werden.