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Remagen will klimafreundlicher werden: vier Windräder im Stadtgebiet

Klimafreundliche Stadtentwicklung : Remagen liebäugelt mit vier Windrädern im Stadtgebiet

Mittelfristig könnten in Remagen vier Windräder umweltfreundliche Energie erzeugen. Der Bauausschuss der Stadt Remagen zeigte sich dem Projekt gegenüber aufgeschlossen.

In Remagen gibt es Überlegungen zur Nutzung der Windenergie. Bei seiner jüngsten Sitzung gab der Bau-, Verkehrs-, und Umweltausschuss der Stadt mit großer Mehrheit eine positive Rückmeldung auf entsprechende Vorstöße der Firma Abo Windenergie AG aus Wiesbaden. Keine Mehrheit fand dagegen ein Bauprojekt am Humboldtturm ganz in der Nähe des Rolandsbogens.

Mittelfristig könnten in Remagen vier große Windräder umweltfreundliche Energie erzeugen. Dazu stellten Tobias Rödder und Lara Bauer von der Abo Windenergie erste Pläne ihres Unternehmens vor. Die Firma plant und baut Windanlagen. Bisher hat sie mehr als 100 Windparks in Deutschland mit den Schwerpunkten Rheinland-Pfalz und Hessen errichtet, die insgesamt, ein Giga-Watt Energie erzeugen. Die Errichtung des Windparks könnte im Bereich Dungkopf/Goldgrube erfolgen.

Nach einer ersten Analyse hat der Projektentwickler eine Potenzialfläche in einem Bereich nördlich des Scheidskopfes nordwestlich von Remagen ermittelt, in der die Errichtung von bis zu vier Windenergieanlagen möglich wäre. Mit dieser ersten Idee einer Windparkplanung ist die Wiesbadener Firma an die Stadt Remagen herangetreten.

Die größten Windräder im Kreis stehen in Weibern. Foto: Günther Schmitt

Windräder sollen auf Privatgrundstück stehen

Im Ausschuss gab es nach intensiver Diskussion grundsätzlich grünes Licht für eine Weiterverfolgung der Überlegungen. Zum Hintergrund: Drei Windräder sollen sich auf privatem Grundstücken befinden eines soll auf einer städtischen Fläche entstehen. Die Windräder sollen dabei modernsten Standards entsprechen und bei einer Höhe von rund 240 Metern jeweils rund fünf bis sechs Megawatt Strom erzeugen.

Die Vertreter von Abo machten klar, dass ihr Unternehmen nur plant und baut, nicht aber als Eigentümer in Erscheinung tritt. Denn sind die Windparks „schlüsselfertig“ hergestellt, werden sie in der Regel verkauft, an Stadtwerke, Energiegenossenschaften oder auch Versicherungen.

„Wenn wir die Energiewende in Remagen voranbringen wollen, würde sich ein solcher Weg anbieten“, hatte Bürgermeister Björn Ingendahl in einer kurzen Stellungnahme angemerkt. Bei den Beratungen wurde aber auch deutlich, dass die grundsätzliche Zustimmung im Ausschuss nur ein erster winziger Schritt auf einen ganz langen Weg ist. Der nächste kleine Schritt soll dann im Haupt und Finanzausschuss die Beratung über einen entsprechenden Vertragsentwurf sein. Auch zeitlich dürften noch einige Jahre ins Land gehen bis Windenergie aus Remagen ins Netz kommt. Beim optimalen Verlauf aller Planungen und Genehmigungen könnte dies nach Schätzungen des Unternehmens etwa im Jahr 2024 sein.

Weitere Stadtentwicklungsprojekte sind geplant

Auf weniger Gegenliebe stießen die Planungen für einen privates Bauprojekt am Humboldtturm. Ziel der Planungen sollte es sein, auf dem unweit des Rolandsbogens gelegenen Gelände zusätzliche Gebäude errichten zu können. In diesen sollen neben einer Hackschnitzelheizung auch bis zu drei Wohnungen errichtet werden können. Der Antragsteller will sich vertraglich verpflichten, diese vorwiegend Künstlern zum vorübergehenden Aufenthalt zur Verfügung zu stellen.

„Ist dieser Verwendungszweck wirklich ernst gemeint“, zweifelte Frank Bliss für die Grünen und signalisierte Ablehnung. Diskutiert wurde auch über die Punkte Brandschutz und mehr Verkehr in dieser sensiblen Landschaft, war auch bei CDU und FBL für Bauchschmerzen sorgte. Letztlich wurden sowohl die Änderung des Flächennutzungsplans als auch des damit verbundenen Bebauungsplans bei je sechs Nein-Stimmen, vier Ja-Stimmen und drei Enthaltungen abgelehnt. Nicht nur Frank Bliss hatte vor einer unkontrollierten Nutzung als Wochenendgebiet gewarnt. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Eine gute Nachricht hatte der Remagener Stadtchef zum Ende der Sitzung noch parat. Laut einem Schreiben der Deutschen Bahn sind die Aufträge für den Ausbau des Bahnhofs Oberwinter erteilt. „Da geht es also voran“, freute sich nicht nur Ingendahl über die Post von der Bahn.