Renovierung im Arp Museum 2016 wird alles Dada

REMAGEN · Das Arp Museum lässt die Böden renovieren, vollzieht den Ausstellungswechsel und lädt im Februar zum Tag der offenen Tür ein. Eine Ausstellung zum Thema "Genese Dada. 100 Jahre Dada Zürich" soll zudem im Neubau entstehen.

 Kontrast im Hang: Der alte Bahnhof Rolandseck und der Neubau des US-Stararchitekten Richard Meier.

Kontrast im Hang: Der alte Bahnhof Rolandseck und der Neubau des US-Stararchitekten Richard Meier.

Foto: dpa

"Sternenschauer perlten durch atmende Räume. Wolkengarben schwebten vorüber. Goldene Schwärme sprühten auf." Was nach schillernder Rückschau auf den explosiv erhellten Sylvester-Himmel klingt, sind Zeilen aus dem poetischen Werk von Hans Arp.

Die Worte des Malers und Dichters haben das verflossene Themenjahr "Freiräume" im Arp Museum Bahnhof Rolandseck begleitet. Sie taugen aber auch, um fulminant das Museumsjahr 2016 zu begrüßen, welches anlässlich 100 Jahre Dada unter dem Motto "Galerie Dada" steht. Hans Arp äußerte als Mitbegründer der revolutionären Kunstbewegung: "1916 habe ich in Zürich Dada geboren. Dada ist für den Unsinn das bedeutet nicht Blödsinn. Dada ist unsinnig wie die Natur und das Leben."

Noch vor der "Galerie Dada" blickt man in Rolandseck auf den schnöden Boden der Tatsachen. Das heißt: "Rund 600 000 Besucher kamen seit seiner Öffnung 2007 ins Museum. Das hat zu Abnutzungen geführt", wie Claudia Seiffert, Leiterin der Kommunikation, erklärt. Vom 4. Januar bis 13. Februar schließt das Haus, um die Böden der neuen und neu gestalteten Teile des Museumsensembles renovieren zu lassen. Nicht betroffen ist also die Ausstellungsebene im ersten Stock des historischen Bahnhofs Rolandseck, das Museumsentree im Bahnhof dagegen sehr wohl.

Von dort erstreckt sich die Renovierung der am meisten strapazierten Besucherbereiche über die unterirdischen Laufwege und die Ausstellungsräume für Präsentationen der Sammlung Gustav Rau bis zu den Aufzügen. Hinzu kommen im weißen Neubau über dem Rhein zwei Ausstellungsgeschosse einschließlich Wege, Treppen und Podeste.

Zwei Ausstellungen werden ab- und aufgebaut

Zweierlei Böden erwarten die Handwerker: Räuchereiche, die besonderer Beanspruchung auch als Industrieboden gewachsen ist sowie Kunststoff. Der Fußbodenfachbetrieb Martin Pies aus Boppard wird 260 Quadratmeter zweischichtiges Eichenparkett abziehen, absaugen und Asuna-Spezialöl einpflegen. Den anthrazitfarbenen Kunststoffboden saniert die Bad Hönninger Reinigungsfirma P + MK Flooring GmbH, indem sie 150 Quadratmeter abschleift, eine Schicht aus Epoxidharz sowie eine farbige Schicht aus Polyurethanharz zweimal übereinander aufträgt.

Die Schichten müssen aushärten. Deshalb bleibt das Publikum über die Dauer der eigentlichen Arbeiten hinaus ausgesperrt. "Wir haben den Januar gewählt, weil es der besucherschwächste Monat ist", sagt Seiffert, die die Kosten, ausgehend von den Angeboten, auf "voraussichtlich 20 000 Euro brutto" beziffert.

Hinter den geschlossenen Türen ist auch das Museumspersonal emsig. Während der sechswöchigen Sanierung baut es zwei Ausstellungen ab und auf. Die erste Schau mit Collagen der Sammlung Meerwein, die Gerhard Meerwein dem Museum 2015 schenkte, verabschiedet sich, während die "Zweiklang"-Ausstellung von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp nach Bietigheim-Bissingen wandert.

Ausstellung "Genese Dada. 100 Jahre Dada Zürich" im Neubau

In den Bahnhof ziehen "Seepferdchen und Flugfische", Arbeiten mit Dada-Bezug von Stipendiaten des Künstlerhauses Schloss Balmoral und des Landes Rheinland-Pfalz. Im Neubau wird sich die große Ausstellung "Genese Dada. 100 Jahre Dada Zürich" über die Anfänge der revolutionären Kunstbewegung 1916/17 in Zürich ausbreiten. Sie entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Cabaret Voltaire in Zürich. Werke von Urdadaisten kommen als spektakuläre Leihgaben im Wesentlichen vom New Yorker Museum of Modern Art, vom Guggenheim, Kunsthaus Zürich und Folkwang Museum Essen.

Während das Museumsrestaurant Bistro Interieur No. 253 geöffnet blieb, beginnt das Arp Museum das Kunstjahr 2016 am Sonntag, 14. Februar, mit dem "AufDADAtakt". An diesem eintrittsfreien Tag der offenen Tür eröffnen nicht nur die neuen Ausstellungen zum Dada-Jubiläum (11 Uhr). Es gibt außerdem Führungen, Performances und den Familienworkshop Dadakostüme (13 bis 17 Uhr). Mehr unter arpmuseum.org im Internet.

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