Kundgebung in Remagen Demonstranten zeigen klare Kante gegen Rechtsextremismus

Remagen · Das Bündnis für Frieden und Demokratie rief zur Kundgebung auf, und rund 500 Teilnehmer kamen: In Remagen demonstrierten am Samstag zahlreiche Menschen gegen Rechtsradikalismus sowie für eine wehrhafte Demokratie.

Mit Transparenten setzen die Teilnehmer der Kundgebung in Remagen ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus und Ausgrenzung sowie für Demokratie und Vielfalt.

Mit Transparenten setzen die Teilnehmer der Kundgebung in Remagen ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus und Ausgrenzung sowie für Demokratie und Vielfalt.

Foto: ahr-foto

„Wehret den Anfängen“ heißt es beim Bündnis für Frieden und Demokratie in Remagen. Die überparteiliche Vereinigung hatte für Samstag zur einer Kundgebung und Infoveranstaltung aufgerufen, um ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung zu setzen. Mehr als 500 Demonstranten versammelten sich dazu auf dem Remagener Marktplatz und setzten unter dem Motto „Farbe bekennen“ ein Signal für Demokratie, Frieden und Freiheit und gegen nationalsozialistisches Gedankengut.

Das Bündnis setzte damit einen kreisweiten Veranstaltungsreigen gegen Rechtsextremismus fort. Besonders im Fokus: die in Deutschland immer stärker werdende AfD, die – so die Befürchtung – die Verfassung und die in ihr verankerten Grundrechte in Gefahr bringen könnte. Auch gedachte man in Remagen des zweiten Jahrestages des russischen Angriffs auf die Ukraine. „Wir gedenken der vielen Opfer auf beiden Seiten des Krieges und rufen die Verantwortlichen dazu auf, endlich alles zu tun, um den Krieg zu beenden und Frieden zu schließen“, sagte Karin Keelan, eine der Organisatorinnen der Kundgebung.

Seit dem bekanntgewordenen Geheimtreffen von Rechtsradikalen mit Vertretern der AfD in Potsdam, bei dem es auch um die Vertreibung von Millionen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aus Deutschland gegangen sein soll, sei deutlich geworden, in welcher Gefahr sich Frieden und Demokratie befänden, so Keelan. Es gelte, Mut zur Vielfalt zu zeigen, deutlich zu machen, dass Deutschland nicht grau oder braun, sondern bunt sei. Zum Krieg in der Ukraine sagte Keelan: „Wir müssen uns dafür einsetzen, die Ukraine weiter zu unterstützen, solange das Land diese Unterstützung braucht.“

Auch Remagens Bürgermeister Björn Ingendahl (parteilos) griff zum Mikrofon. „Die Mitte der Gesellschaft ist aufgestanden“, sagte er angesichts der vielen bundesweiten Protestaktionen. Es gebe keinen Raum für Unterdrückung und Diskriminierung. Damit dies so bleibe, müssten Freiheit und Demokratie weiter gestärkt werden. Ohnehin sei Demokratie im Staatsaufbau der Bundesrepublik Deutschland alternativlos.

Verschiedene weitere Redner, darunter die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller, unterstrichen den zu schützenden Wert der Grundrechte mit seinem Artikel Eins an der Spitze, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist. Die große Zahl der Kundgebungsteilnehmer setze ein eindrucksvolles Hoffnungszeichen: „Es ist gut zu sehen, dass so viele Menschen aufstehen.“ Und: Es müsse eine „klare Kante gegen rechts“ geben, sagte Müller.

Musikbeiträge mit Liedern zu Freiheit und Frieden schlossen die Kundgebung ab. An Info-Ständen konnte man sich näher über die von Rechtsradikalismus ausgehenden Gefahren und dem Terror der Nazis im sogenannten Dritten Reich kundig machen. Keelan: „Wir bekämpfen die AfD mit Fakten.“

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