1. Region
  2. Ahr & Rhein
  3. Remagen

Nach vielen Beschwerden: Die Bahn gelobt Besserung bei Zugverkehr in Oberwinter

Nach vielen Beschwerden : Die Bahn gelobt Besserung bei Zugverkehr in Oberwinter

Die Palette der Beschwerden von Bahnnutzern ist groß. Doch der Zugverkehr zwischen Koblenz und Bonn soll sich bessern und die vielen Unzulänglichkeiten am Haltepunkt Oberwinter ein Ende finden. Das gelobt zumindest die Bahn.

Bereits seit Wochen werden von der Bahn auf der linken Rheinstrecke umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt, die noch bis zum 15. August andauern. Das bedeutet, dass ein Sonderfahrplan gilt, bei dem es zu geänderten Abfahrtszeiten kommt. Weil der Güter- und Fernverkehr auf das rechte Rheinufer umgeleitet wurde, fahren linksrheinisch fast nur Züge der Mittelrhein-Bahn. Von einem reibungslosen Betrieb ohne Störungen zwischen Koblenz und Bonn kann allerdings nicht gesprochen werden. Dies verdeutlichen zahlreiche Leserzuschriften.

Die Palette der Beschwerden ist groß. Mal fallen Züge ohne Ankündigung komplett aus, mal sind sie besonders in den Hauptverkehrszeiten überfüllt, weil sie nur einteilig verkehren. „An ein coronabedingtes Abstandhalten ist da überhaupt nicht zu denken“, so eine Dame, die täglich mit dem Zug zur Arbeit fährt. Zu allem Übel kommt noch hinzu, dass manche Züge ihre Linien (RB26/RB5) nicht korrekt innen und außen an den Triebfahrzeugen anzeigen, wie Eisenbahnnutzer mitteilen.

Die Fahrgäste sind ohnehin schon irritiert darüber, dass die Mittelrhein-Bahn auch die Leistungen der Linie RE5 zwischen Koblenz und Bonn übernommen hat und dafür die gleichen Fahrzeuge nutzt wie für die Regionalbahn. Komplettiert wird das Chaos, wenn beispielsweise ein Zug der Linie RB5 (der fahrplanmäßig Oberwinter nicht ansteuert) mit RB26 angezeigt wird und dann einfach im Bahnhof Oberwinter durchrauscht. „Dann können die Reisenden erst in Remagen oder Bad Godesberg aussteigen und müssen von dort irgendwie nach Oberwinter gelangen“, ärgert sich Ingo Konrads von der Bürgerinitiative Bahnhof Oberwinter.

Mehr Platz in Hauptverkehrszeit

Ein Blick in die App DB-Navigator helfe in solchen Fällen auch nicht unbedingt weiter, weil – so Konrads – „auch hier die meisten Angaben fehlerhaft waren und die Verspätungen selten angezeigt wurden“.

Die inakzeptablen Zustände waren der Initiative Grund genug, sich an Thorsten Müller zu wenden, den zuständigen Verbandsdirektor des SPNV-Nord. Er versprach, sich der Sache schnell anzunehmen und mit der Geschäftsleitung der Trans Regio die Probleme zu erörtern. Mit Erfolg. Denn Trans Regio hat nun mitgeteilt, dass die Züge der Mittelrhein-Bahn, die in Koblenz um 6.16 Uhr und um 7.16 Uhr starten, jeweils mit zwei anstatt einem Zugteil fahren werden. Dadurch wird in der Hauptverkehrszeit am Morgen erheblich mehr Platz geschaffen.

Außerdem sollen vom 10. bis zum 15. August auch die Ersatzzüge des RE5  (RB5) in Oberwinter halten, sodass der Ausfall der Ahrtalbahn etwas kompensiert werden kann und wieder zwei Züge pro Stunde in jede Richtung fahren. Zudem sollen ab sofort die Züge endlich wieder die richtigen Linien RB5/RB26 anzeigen und die Echtzeitinformationen in der App DB-Navigator nun stimmen.