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7. Remagener Kunstsalon: Die Stadt feierte mit 13 Stationen und rund 100 Künstlern

7. Remagener Kunstsalon : Die Stadt feierte mit 13 Stationen und rund 100 Künstlern

Mit 13 Stationen und rund 100 Künstlern feierte Remagens an Galerien, Künstlervereinigungen, Ateliers und niedergelassenen Kreativen reiches Zentrum seinen siebten Kunstsalon. "Das ist Tradition, aber keine verkrustete, sondern das hat lebendig Fahrt aufgenommen", sagte Bürgermeister Herbert Georgi.

Landrat Jürgen Pföhler charakterisierte die Entwicklung "im Windschatten des Arp Museums und unterstützt von der Stadt" als "mutige Allianz von Kunst und Kommerz". Daher sponserte der Kreis auch das Fahnenprojekt "Starke Bilder". 19 von ihnen flatterten am Rheinufer, während alle 38 Entwürfe im Künstlerforum präsentiert wurden, wo gleichzeitig die Ateliergemeinschaft Villa Heros ihre Türen öffnete.

Trotz dunklem Himmel und einsetzendem Regen geriet der Auftakt poetisch, als Antje Poser auf dem Marktplatz einen rätselhaften vorsintflutlichen Zwitter zwischen Fisch und Drache mimte. Der beäugte vorsichtig das Publikum, fuhr leise ruckelnd gelbe Schwingen aus, zeigte, sich stetig wandelnd, ein zweites Gesicht und hielt schließlich glücklich einen Papier-Delfin auf der Handfläche.

Nach der Maskenperformance hieß es auszuschwärmen in Kirch-, Bach- und Marktstraße. Die Galerie Rosemarie Bassi präsentierte phantastische Kunst aus Lettland, vertreten durch mystisch-mythische Malerei von Lilija Dinere und wunderbar korrespondierende skulpturale Werke ihres Sohnes Roberts Diners. Gegenüber, in Christoph Noebels Galerie Artspace K2, staunten die Salongäste über schwarz-weiß fotografierte Akte aus Schneewehen und Höhlenarchitekturen von Heinke-Ursel Lüttschwager.

Nebenan wiederum lockte die Hand- in-Hand-Galerie diesmal mit tollen Zeichnungen Jean Lessenichs von Jazz-Größen, Ulrich Schmidt-Contolis farbintensiver und Kolja Schäfers Personen-dominierter Malerei. Im Kunstraum Remagen Mitte nahmen altmeisterlich, aber skurril gemalte "Menschenbilder" Robert Meyers aus Remagens Partnerstadt Georgsmarienhütte gefangen.

Die "Wohnraum-Kunst" der Innenarchitektin und Künstlerin Martine Seibert-Raken überraschte mit deren ideenreichen Zeichnungen, Objekten und Leuchten, und das Studio MoNo trumpfte durch die Arbeiten von Betreiberin Molly Noebel und Gästen in "Chronisch Pink" auf.

Klinkten sich mit letzteren zwei Neue in den Kunstsalon ein, warteten in der Kulturwerkstatt "alte Hasen" auf: Von der besonderen Atmosphäre zwischen altem Putz, Ziegelsteinboden und römischen Hypokausten profitierten das Arp Museum, das Schülerarbeiten seiner Kunstvermittlung zeigte, die "Kunst auf Zeit" mit Objekten von Margarete Gebauer und Radierungen von Rosmarie Feuser sowie Ursula Böttcher, Eva Schwarz und Uta Waldow von AR Art am Rolandsbogen, die das Motto "Kein schöner Land" malerisch interpretierten.

Dass die Techniken und Positionen bei RheinART breitgefächert ausfielen, verwunderte nicht. Die teilnehmerstarke freie Künstlergruppe stellte sich im Pfarrzentrum dem weitherzigen Motto "Es ist angerichtet". Derweil erlebten die Salongäste im ModernArt Showroom, wie deren Kuratoren ihr Thema "Eden war gestern" ausgestalteten.

Da lieferte Janko Arsensek akkurate Zeichnungen, Gudrun Hillmann Endzeitmalerei, Almuth Leib prall-grüne Foto-Welten. Eva M. Töpfer aber katapultierte Adam und Eva, bildhaft übersetzt in die Ziffern Null und Eins, als binäre Kürzel ins 21. Jahrhundert.