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Franziskus-Gymnasium-Nonnenwerth: Tausende unterzeichnen Petition

Einsatz für Schule : Tausende unterzeichnen Petition für Erhalt des Nonnenwerth-Gymnasiums

Eine Online-Petition für den Erhalt des Franziskus-Gymnasiums-Nonnenwerth ist bereits mehr als 6000 Mal unterzeichnet worden. Zudem setzen sich immer mehr Politiker aus dem Kreis Neuwied sowie aus dem Rhein-Sieg-Kreis für die Schule ein.

Die Auseinandersetzung um den Erhalt des Franziskus-Gymnasiums-Nonnenwerth geht in die nächste Runde: Nachdem vor dem Wochenende auch der Remagener Bürgermeister Björn Ingendahl (parteilos) und der Erste Beigeordnete des Kreises Ahrweiler, Horst Gies (CDU), ihre Unterstützung in der Vermittlung zwischen den Parteien, Schulleitung sowie Schulwerk und Elternbeirat, angeboten hatten, melden sich nun auch Abgeordnete anderer Kreise zu Wort.

Die Insel gehört geografisch zu Rheinland-Pfalz und dort zum Kreis Ahrweiler. Doch auch von der rechtsrheinischen Seite pendeln Schüler auf die Klosterinsel und der Erhalt der Schule liegt damit auch im Interesse von Politikern aus den Kreisen Neuwied und Linz sowie aus dem Rhein-Sieg-Kreis. In einer Pressemitteilung erklären der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel (CDU) und die Linzer Landtagsabgeordnete Ellen Demuth (CDU): „Das in privater Trägerschaft stehende Franziskus-Gymnasium auf der Rheininsel Nonnenwerth ist auch für viele Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Neuwied ein interessantes Schulangebot mit Perspektive. Deshalb schauen wir über den Tellerrand unseres Wahlkreises und setzen uns für den Fortbestand der renommierten Bildungseinrichtung mit 170-jähriger Vergangenheit ein.“

Sorge um Gymnasium auf der Insel Nonnenwerth

Auch Nicole Westig, Kreisvorsitzende der FDP Rhein-Sieg und Mitglied des Bundestages, sagt gegenüber dem GA: „Mit großer Sorge betrachte ich die aktuelle Entwicklung des Gymnasiums Nonnenwerth. Meine beiden Kinder haben selbst dort Abitur gemacht und ich kenne und schätze die Schule aus langjähriger eigener Anschauung. Dort verbindet sich exzellente Bildung mit dem Vermitteln von sozialer Verantwortung und einem beispielhaften persönlichen Engagement der Lehrerinnen und Lehrer. Wir müssen alles tun, damit die traditionsreiche Schule an der Ländergrenze erhalten bleibt und die 600 Kinder von beiden Rheinseiten weiterhin dort – unabhängig vom Elterneinkommen – unterrichtet werden können. Ich stehe an der Seite der Nonnenwerther und von allen, die für den Fortbestand kämpfen.“ Auf der Webseite nonnenwerthretten.de melden sich noch weitere Politiker zu Wort, die unisono und über alle Parteien hinweg, den Erhalt der Schule fordern.

Hintergrund sind aktuelle Entwicklungen um das Gymnasium, nachdem der Vertreter der Träger-Gesellschaft, Peter Soliman, der Schule mitgeteilt hat, dass notwendige Modernisierungsmaßnahmen finanziell nicht mehr zu stemmen seien. Zudem sind in den letzten Tagen Dokumente aufgetaucht, die eine geplante Umnutzung des Schulgeländes nahelagen – der GA berichtete jeweils. Angebote, das Gymnasium von einer privaten Trägerorganisation weiterzuführen, liegen vor und werden beispielsweise vom Kreis Ahrweiler befürwortet.

Petition braucht 7500 Stimmen, um in den Landtag zu kommen

Parallel dazu ist auf der Internetplattform change.org eine Petition gestartet worden, in der Unterschriften für den Erhalt der Schule gesammelt werden. Mehr als 6000 Unterschriften konnten mit Stand Dienstagnachmittag schon realisiert werden – Ziel sind 7500 Unterschriften. Wird dieses erreicht, wandert die Petition in den Petitionsausschuss und wird damit Gegenstand der Debatten im rheinland-pfälzischen Landtag.

Die Schulgemeinschaft selbst – bestehend aus Schülern, Eltern, Schulleitung, Lehrkräften sowie weiterer Beschäftigter – macht sich immer wieder für den Erhalt der Schule stark. Zuletzt hat die Schülerschaft unter dem Motto „Von wegen Klosterschüler“ für eine Demonstration Mittwochmorgen aufgerufen. Dafür wollen die Schüler um 7 Uhr morgens vom Rolandswerther Bahnhof über die B9 bis nach Nonnenwerth gehen. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die Schule zu retten“, so die Schülervertretung, die die Demonstration in Eigenregie initiierte.

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