GA öffnet Türen im Advent Stille Nacht in Remagener Gewahrsamszelle
Remagen · Ein lauschiges Plätzchen ist die Gewahrsamszelle in Remagen auch in der Vorweihnachtszeit nicht. Zumeist werden dort stundenweise Personen untergebracht, die eine Gefährdung für sich oder andere darstellen. Doch es gibt auch Ausnahmen.
Wenig gemütlich geht es selbst zur Adventszeit in den Gewahrsamszellen der Polizei in Remagen zu. „In der Regel werden dort stark alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende Menschen für einige Stunden untergebracht, die eine akute Gefährdung für sich oder andere darstellen“, sagt Ralf Schomisch, Leiter der Polizei Remagen, die über vier der rund acht Quadratmeter großen Parzellen verfügt. Durchschnittlich 80 Mal pro Jahr ist eines der gefliesten Not-Domizile belegt. „Statistisch zumeist von männlichen Insassen“, sagt Schomisch.
Weil der Aufenthalt üblicherweise unfreiwillig erfolgt, ist dem Polizei-Chef vor allem eine Begegnung im Gedächtnis geblieben. „Einmal hat eine Person darum gebeten, aufgenommen zu werden, weil es draußen sehr ungemütliches Wetter war“, sagt Schomisch. Zudem habe der Interessent vorsätzlich mit Sachbeschädigung gedroht, um dann begründet einsitzen zu dürfen. „Für gewöhnlich machen wir so etwas nicht, in diesem Fall haben wir aber eine Ausnahme gemacht und seinem Wunsch nach ein paar Stunden im Warmen nachgegeben.“