1. Region
  2. Ahr & Rhein
  3. Remagen

Baumfällungen in Remagen: Grüne beklagen Kahlschlag am Remagener Bahndamm

Baumfällungen in Remagen : Grüne beklagen Kahlschlag am Remagener Bahndamm

Die Remagener Grünen beklagen einen „kompletten Kahlschlag“. Gemeint sind die Baumfällungen am Bahndamm an der Geschwister-Scholl-Straße in Remagen, die laut Grünen im Auftrag der Deutschen Bahn AG (DB) durchgeführt worden sind.

Von „Baumfrevel“ spricht Frank Bliss. Der Sprecher der Grünen im Rat der Stadt Remagen bezieht sich dabei auf aktuell erfolgte Baumfällungen an der Geschwister-Scholl-Straße, die im Auftrag der Deutschen Bahn AG (DB) durchgeführt worden seien. Nach einem „kompletten Kahlschlag der bahnseitig gelegenen großen Alleebäume“ sind laut Bliss „nur noch Stümpfe der bisher größtenteils noch gesunden Bäume übrig“.

Vorausgegangen ist nach Angaben der Grünen-Stadtratsfraktion seit mehr als 25 Jahren ein „endloses Hin und Her“ um die alten Bäume am Bahndamm an der Geschwister-Scholl-Straße zwischen der Grünen-Fraktion, Stadtverwaltung und DB. Die DB habe die wertvollen Bäume über Jahre nicht oder völlig unzureichend gepflegt. Nahezu jährlich hätten die Grünen in Anfragen in den städtischen Ausschüssen und in Aufforderungen an die Verwaltung gefordert, die DB an ihre Verpflichtung zu erinnern, sich um die Bäume zu kümmern. Manchmal mit einem kleinen Erfolg: Dann habe die Bahn AG auf Drängen der Stadt reagiert und „hier und dort ein paar Äste symbolisch“ beschnitten – vor allem indes zur Sicherung der Stromleitungen der Schienen.

Grüne prangern lange Verwahrlosung an

„Öfters wurde auch einem Baum wegen massiver Schädigungen – Folgen der langen Verwahrlosung – ganz der Garaus gemacht“, berichtet Bliss. Zuletzt habe sich die Bahn ihrer Pflicht ganz entledigen wollen, indem sie Anfang 2020 ultimativ von der Stadt Remagen die Genehmigung zu einem „alle Bäume weg“ gefordert oder alternativ die Übereignung der Bäume an die Stadt ankündigt habe.

Eine Übernahme der überwiegend halbtot „gepflegten“ oder über viele Jahre gar nicht beachteten Bäume durch die Stadt hätte bedeutet, auch die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen und zwar sowohl für die Straße wie den Schienenverkehr, so der Grünen-Sprecher: „Dies wäre angesichts des Zustandes der Bäume allerdings mit immensen Kosten verbunden gewesen, zudem bei unsicherer Perspektive, ob man die verwahrlosten Bäume langfristig überhaupt werde erhalten können. Entsprechend wollte die Stadt das Risiko nicht eingehen und gab der Erpressung durch die DB nach.“

Die Baumfällungen hätten nun Platz gemacht für eine angekündigte Hecke, die nach Ansicht der Grünen allerdings nicht einmal einen Bruchteil der Umweltfunktion der alten Bäume erfüllen könne. Stefani Jürries, Co-Sprecherin der Grünen Stadtratsfraktion: „Wir Grünen werden uns auch in Zukunft ganz genau anschauen, wenn in der Stadt einer der wenigen noch verbliebenen alten Alleebäume aus welchen Gründen auch immer gefällt werden soll. Jeder weitere gefällte alte Baum ist einer zu viel.“ sim