Jugend forscht in Remagen Fleischfressende Pflanze lebt ganz vegan

Remagen · Wissbegierige Schüler zeigen bei „Jugend forscht“ im Remagener Campus ihren Entdecker- und Erfindergeist. Die Projekte sind viel mehr als nur eine Spielerei. Das wurde vorgestellt.

 Anna Katharina Hinson und Benedikt Lamberty vom Peter Joerres Gymnasium beschäftigen sich mit chemischen Analysen des Wassers der Ahr.

Anna Katharina Hinson und Benedikt Lamberty vom Peter Joerres Gymnasium beschäftigen sich mit chemischen Analysen des Wassers der Ahr.

Foto: ahr-foto

„Alles, was erfunden werden kann, wurde bereits erfunden“, heißt es. Von wegen: Im Rhein-Ahr-Campus in Remagen wurde einmal mehr deutlich, wozu Erfinder- und Entdeckergeist so alles fähig ist. Mehr als 70 innovative Projekte aus den Bereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Physik, Technik, Mathematik, Informatik sowie Geo- und Raumwissenschaften waren dort zu sehen, zu erleben, zu bestaunen oder auch anzufassen. In der Hochschule hieß es wieder „Jugend forscht – Schüler experimentieren“.

Die zum Teil noch kleinen oder jugendlichen Erfinder und Entdecker ließen sich nicht zweimal bitten: An ihren Ständen im Remagener Campus zeigten sie auf, wie ein Kühlgerät auch zum Heizen genutzt werden kann, wie Bienen helfen können, Plastik zu sparen oder wie Tintenpatronen recycelt werden können. Und was man auch erfuhr: Fleischfressende Pflanzen können durchaus vegan ernährt werden.

Gäste konnten einfach mal „reinschnuppern“

Es war schon erstaunlich, in Erfahrung zu bringen, womit sich die kleinen Entdecker und Erfinder so beschäftigen. Der Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ gab hierzu einen tiefen Einblick. Im Rahmen des Wettbewerbs bot ein Begleitprogramm Einblicke in besondere Studiengänge und Forschungsmöglichkeiten an der Hochschule Koblenz. „Ob Vorführungen im Hochspannungslabor, Physik-Experimente zum Staunen oder Einblicke in 3D-Druck, Sensorik und Robotik: Gäste haben allerhand Gelegenheit, in die Labore und Forschungsaktivitäten der Hochschule reinzuschnuppern“, teilte ein Campus-Sprecher mit. Besonders auffallend: In diesem Jahr hatten sich zahlreiche Schüler solchen Projekten gewidmet, die sich mit den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit befassen. So konnte man einen Roboter dabei begleiten, wie er über den Boden rollt und Müll aufspürt. „Der Müll-Finder kann für einen sauberen Schulhof sorgen“, so der 14-jährige Tüftler Collin von Koblenzer Cusanus-Gymnasium.

Schüler des Peter-Joerres-Gymnasiums aus Bad Neuenahr-Ahrweiler hatten sich mit dem Schwermetallgehalt der Ahr nach der Flut befasst. Ihr beruhigendes Ergebnis: Erhöhte Konzentrationen beispielsweise von Kupfer sind nicht festzustellen. Dies sei unmittelbar nach der Flut anders gewesen. Inzwischen gebe es keine Auffälligkeiten mehr, die beispielsweise für den Weinanbau oder den Lebensmittelanbau in Ufernähe eine Rolle spielen könnten. Anna Katharina Hinson und Benedict Lamberty aus der 12. Klasse des Kreisstadt-Gymnasiums hatten sich mit den Wasseruntersuchungen beschäftigt und ihre Ergebnisse in einer Studie zusammengefasst. „Welcher Dünger ist der beste?“, fragten Schüler aus Lahnstein. Die Antwort fällt eindeutig aus: „Wir können eindeutig festhalten: Es ist der Bio-Dünger, der in allen Varianten besser abschneidet als der chemische Dünger“, so Theo Schmitt (11 Jahre) und Lennard Nelius (12 Jahre) vom Johannes-Gymnasium in Lahnstein. Edda-Sophie und Leni – ebenfalls aus Lahnstein – hatten sich derweil mit ihrer fleischfressenden Pflanze beschäftigt, die – trotz veganer Essenszufuhr – einen wohlgenährten Eindruck macht. „Ob es der Pflanze wirklich schmeckt, weiß ich natürlich nicht. Die Pflanze kann ja nicht sprechen“, erklärt die elfjährige Leni. In jedem Fall komme die Pflanze auch mit Gemüse und vermutlich auch Kuchen klar.

So schädlich können Smartphones sein

Dass sich allzu langes Beschäftigen mit dem Smartphone auf Dauer schädlich auf die Halswirbelsäule auswirkt, hatten Schüler ebenso herausgefunden, wie sie auch findig genug waren, Putzroboter zu entwickeln, die das Kinderzimmer in Schuss halten. Ganz nach Leonardo da Vincis Motto „Auf dem Kopfkissen oder unter der Decke ausgestreckt erntest Du keinen Ruhm.“

„Wir sind stolz darauf, die Patenschaften für die Regionalwettbewerbe von Jugend forscht zu übernehmen und damit die Förderung junger Talente im naturwissenschaftlich-technischen Bereich weiter voranzutreiben“, erklärte die Hochschulleitung.

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