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Gute Gespräche: Kulturzeit in Kripp lockte mit Ceviche und Börek

Gute Gespräche : Kulturzeit in Kripp lockte mit Ceviche und Börek

Kripper Bürger wandelten bei einem Spaziergang durch den Ort auf den Spuren ihrer Geschichte, dem sich ein Fest mit internationalem Büfett anschloss. Am Ende gab es jede Menge Gesprächsstoff für Jung und Alt.

Perus kulinarisches Aushängeschild heißt Ceviche und ist ein Gericht, für das es eine Unmenge von Rezepten gibt. Ceviche mit Lachs, Avocado, Mango und Thymian konnte am Samstag in Kripp genossen werden. Beim dritten Bouleplatzfest servierte die Küche internationale Gerichte, zubereitet von den Einwohnern des Ortes, die aus aller Herren Länder stammen. Gerne brachten sie den Gästen ihre Esskultur nahe, das galt nicht nur für den Peruaner Alejandro de Heredia. Es gab Gänserilette oder Schinken aus Frankreich, Auberginensalat aus Rumänien, Bifana und Börek aus der Türkei und Fladenbrot aus Syrien.

Eingeladen zum Fest hatte der rührige Traditionsverein um den Vorsitzenden Jürgen Blüher. Mit dem Fest endete zeitlich die diesjährige Kripper Kulturzeit. Die seitens der Stadt Remagen unterstützte Reihe in den Stadtteilen fand in diesem Jahr in Kripp statt, der ausrichtende Traditionsverein hatte bereits im Mai zu einem ersten Spaziergang eingeladen, um auf die Geschichte des zuletzt doch stark gewachsenen Kripp hinzuweisen. Im Juni hatte es beim zweiten Teil dann eine Ausstellung mit verschiedensten Werken Kripper Künstler gegeben, nun stand ein weiterer Geschichtsrundgang an.

Volksfeststimmung am Abend

Dabei waren es nicht nur Worte zu alten Bauwerken und Landschaften, die die rund 60 Teilnehmer zu hören bekamen. Der Verein hatte im Ort Bilder gesammelt und diese auf mehr als einen Meter Breite vergrößern lassen. Nicht nur Dorfchronist Willy Weis hatte dazu seine Alben geöffnet, auch aus anderen Teilen der Bevölkerung kamen tolle Aufnahmen. Überall an den ehemaligen Schauplätzen waren die Bilder zu sehen und sind es auch weiterhin.

Und so startete der Rundgang und führte zunächst zum Baumschulenweg, wo bis Anfang der 1960er Jahre große Flächen für die Zucht von Obst, Erdbeeren und vor allem Rosen verwendet wurden. 1960 zerstörten dann Nachtfröste die Plantagen, in der Folge wurden diese parzelliert, es entstanden 174 heute bebaute Grundstücke im Baumschulenweg und rund 300 in 183 Grundstücken in der Straße „Lange Fuhr.“ Der Rundgang führte weiter zum Gelände, auf dem einst die Alte Ziegelei stand, dann zur Dorfschänke mit dem Kaisersaal, zum Sanatorium Dr. Karsten und am einstigen Kurhaus vorbei zum Rhein. Bilder der Rheinüberquerung durch die Alliierten erinnerten an die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Die alte Rheinfähre war zu sehen, aber auch die alte Krautfabrik am Rhein.

Beendet wurde der Rundgang am Bouleplatz, wo bereits alles für das Fest gerüstet war. Der Wandel auf den Spuren der Kripper Geschichte, den Peter Ockenfels und Dieter Breuer kurzweilig moderierten, hatte derweil bei den Gästen nicht nur Spuren hinterlassen, er war auch Anlass für gute Gespräche. Und genau das war eines der Ziele der Kulturzeit: neue und alteingesessene Bürger des Ortes ins Gespräch bringen und denen, die erst kurz im Ort wohnen, die Wurzeln des Dorfes aufzuzeigen. Ob das Kulturjahr langanhaltende Spuren hinterlassen hat, konnte Ockenfels noch nicht sagen. Auf alle Fälle sind alle Kripper durch die Veranstaltungen, die am Abend mit einem Open-Air-Konzert der Bonner Beat-Formation „Rowi and Friends“ endeten, wieder ein Stück näher zusammengerückt.