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Ausstellung: Madonna verlässt ihren Schrein

Ausstellung : Madonna verlässt ihren Schrein

Kleinod der Sakralkunst aus dem Jahre 1250 wird in Unkelbach ausgestellt: Sie ist ein Kleinod der Sakralkunst, lag dennoch Jahrzehnte lang unbeachtet auf dem Speicher des Pfarrhauses, obwohl sie von großem Wert ist: die Unkelbacher Madonna. Nun wird die Heiligenfigur aus dem Schrein geholt. Zumindest vorübergehend.

Zum Jahr des Glaubens feiert die katholische Pfarrgemeinde Sankt Remigius in Unkelbach am Vorabend des Hochfestes der Gottesmutter Maria, am Freitag, 7. Dezember, um 19.30 Uhr, ein Festhochamt in ihrem Gotteshaus. Kirchengemeinderat und Pastor Frank Klupsch beschlossen, dass die vermutlich um 1250 geschaffene wertvolle Holzplastik der thronenden Madonna nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder aus dem Schrein herausgeholt und ausgestellt wird.

Die thronende hochgotische Sitzmadonna wird in Fachkreisen und in der Literatur mit dem Beinamen "die Unkelbacher Madonna" bezeichnet. Sie wurde vermutlich von einem in Brabant geschulten rheinischen Künstler in einer Kölner Kunstwerkstatt geschnitzt.

"Sie ist ein außergewöhnliches Kunstwerk und eine der prominentesten Darstellungen dieser Art im ganzen Rheinland", teilte die Pfarrgemeinde mit. Und: "Das Werk ehrt den begnadeten unbekannten Meister und spiegelt die mittelalterliche Bildhauerkunst wider. Ihr edles Antlitz strahlt Anmut, Adel und ein verhaltenes Lächeln aus."

Lange Zeit hat die Madonna, die heute als Juwel der Unkelbacher Kirche gilt, unbeachtet auf dem Pfarrhausspeicher gelagert. Erst 1935 wurde die Holzplastik von einem früheren Pfarrer entdeckt. 27 Jahre später, 1962, wurde die Statue in Köln gründlich restauriert.

Seither war die Unkelbacher Madonna ein beliebtes Exponat auf nationalen und internationalen Ausstellungen, wie beispielsweise in Dijon, Brüssel oder Köln. Bei den Kulturtagen des Kreises Ahrweiler wurde sie 1989 im Sinziger Schloss ausgestellt und galt als das herausragendste Kunstwerk.

Historiker vermuten, dass die Statue durch die Benediktiner von Köln-Deutz während ihrer seelsorgerischen Betreuungszeit nach Unkelbach gelangte. Längere Zeit befand sich die Madonna im Schnüttgen-Museum in Köln.

Nur unter der Bedingung von geeigneten Sicherheitsvorkehrungen, nach Anfertigung eines zweigeschossigen Schrein-Tresors mit Panzerglas, konnte die Madonna im Jahre 1976 aus ihrem langen Asyl in die Heimat nach Unkelbach zurückkehren.

Maria ist eine der bedeutenden Gestalten im Advent, "sie ist Schwester und zugleich Vorbild im Glauben", heißt es aus dem Pfarrhaus Sankt Remigius. Sie könne in diesem "Jahr des Glaubens" Wegbegleiterin sein, 50 Jahre nach der Eröffnung des II. Vaticanums.