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Remagener Tierschutzverein hilft: Polizei stoppt Tiertransport in Remagen

Remagener Tierschutzverein hilft : Polizei stoppt Tiertransport in Remagen

Einen Transporter mit vier Hunden und sechs Katzen hat die Polizei in der Remagener Innenstadt gestoppt. Da die erforderliche Gesundheitsbescheinigung für den Transport nach Deutschland fehlte und die Tiere erschöpft waren, wurden sie im Tierheim Remagen untergebracht.

Ein Transporter mit vier Hunden und sechs Katzen ist in der Remagener Innenstadt gestoppt worden. Nach Angaben der Polizei hatten Anwohner die Beamten gerufen, nachdem aus dem Kleintransporter ein Hund ausgeladen und an einen Käufer abgegeben worden war. „Ihnen kam diese Sache sehr merkwürdig vor, weil ein verantwortungsvoller Tierschützer niemals stark verängstigte Tiere auf offener Straße entladen würde“, sagt Madeleine von Falkenburg, Leiterin des Tierheims Remagen.

Dorthin wurden die vier Katzen und sechs Hunde gebracht, die noch in dem Fahrzeug gefunden wurden. In diesem Zusammenhang rät die Tierheimleiterin auch: „Kaufen Sie kein Tier, dessen Herkunft nicht geklärt ist, und kaufen Sie keine ‚Schnäppchen‘ aus dem Internet.“

Veterinäramt hinzugezogen

Die Beamten kontrollierten die beiden aus Bulgarien stammenden Begleitpersonen und zogen wegen unklarer Umstände das Veterinäramt hinzu, wie Ralf Schomisch, Leiter der Polizeiinspektion Remagen, erklärt. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, konnte der Fahrer nur Heimtierausweise, jedoch nicht die erforderliche Gesundheitsbescheinigung für den Transport nach Deutschland vorlegen. Da diese Bescheinigung fehlte und die Tiere erschöpft waren, wurden sie zunächst im Tierheim Remagen untergebracht.

Anhand der Boxen habe sich erkennen lassen, dass sich an Bord des kleinen Transporters ursprünglich mindestens elf Hunde und zehn Katzen befanden, berichtet die Tierheimleiterin: „Die restlichen Tiere wurden, wie wir dann erfuhren, bereits vorher bei verschiedenen Personen in ganz Deutschland ausgeladen.“

Im Remagener Tierheim sind die Tiere alle erst einmal richtig versorgt. Ihr Zustand sei dokumentiert worden, so die Leiterin: „Einer der Hunde war viel zu dünn, ein anderer war voller Flöhe, die Katzen hatten alle Haarlinge.“ Nachdem sich die Tiere dann erst einmal ein Stück weit im Tierheim von den Strapazen des mit zwei Tagen viel zu langen Transportes erholt hatten, seien sie gegen Flöhe, Haarlinge und Würmer behandelt worden. Eine der Katzen sei bereits im Alter von sieben Wochen geimpft gewesen, obwohl das erst mit zwölf Wochen üblich und effektiv sei.

Nach und nach hätten mittlerweile fast alle Abnehmer aus Süddeutschland und der Schweiz die ihnen zugedachten Tiere in Remagen abgeholt. Manche der neuen Herrchen und Frauchen seien ebenfalls schockiert gewesen, unter welchen Umständen die Tiere nach Deutschland gekommen seien. „Wir haben allen Übernehmern der Hunde bei der Abholung erst einmal richtige Geschirre, Halsbänder und Leinen mitgegeben. In den Schutzverträgen der verschiedenen ‚Organisationen‘ war zwar teilweise festgehalten, dass die Hunde bei Abholung und in den nächsten Monaten nur mit Sicherheitsgeschirren und doppelt gesichert laufen dürfen, doch die Hunde hatten teilweise nicht einmal ein Halsband oder ein normales Geschirr an. Keiner der ängstlichen Hunde hatte ein Sicherheitsgeschirr“, heißt es vom Tierheim und Tierschutzverein Kreis Ahrweiler.

Die Abholer hätten großteils keine Transportboxen für die sehr verängstigten Tiere dabei gehabt. „Ein Teil der Tiere wurde ohne Vertrag bei Ebay oder Facebook angeboten“, stellt der Verein fest, und, dass ein solcher Transport „leider kein Einzelfall“ sei. Auch Privatpersonen sollten sich genauestens über die Organisationen informieren sollten, über welche Tiere nach Deutschland einreisten. Von Falkenburg: „Die meisten wissen gar nicht, was sie sich da holen.“

Das Veterinäramt des Kreises Ahrweiler hat kein Strafverfahren eingeleitet, da die Hunde und Katzen ordnungsgemäß gegen Tollwut geimpft gewesen seien und die lediglich fehlende Gesundheitsbescheinigung für den gewerblichen Transport von Hunden und Katzen aus Bulgarien nach Deutschland keine Straftat darstelle.