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Ausstellung des Küfos: Remagen durch die künstlerische Brille

Ausstellung des Küfos : Remagen durch die künstlerische Brille

Eine Mitgliederausstellung des Künstlerforums gastiert mit einem Mix aus Inhalten, Techniken und Stilen in der Villa Heros. Sie zeigt, wie unterschiedlich Kunstschaffende Remagen betrachten.

Wer kam, sah und mit den Künstlern sprach, gewann Einblicke in die Entstehungsweise der gezeigten Arbeiten in der Ausstellung „Heimspiel – Remagen aus Künstlersicht“.

Rund 30 Mitglieder hatten sich im Jahr 2020 beteiligt, als zehn Jahre Ausstellungstätigkeit für das Künstlerforum Remagen (Küfo) Anlass boten, „sich bei der Stadt, seinen Besuchern, seinen Gast-Künstlern und nicht zuletzt bei den eigenen Mitgliedern für ihr Engagement, ihre Mitwirkung und die Unterstützung während der letzten Dekade zu bedanken“, so der Katalog zur Ausstellung. Wiederholt war die Mitgliederausstellung des Küfos verschoben worden. Nun weilte sie in der Villa Heros – leider nur ein Wochenende lang, noch dazu an unüblicher Stelle in Fluren, im Treppenhaus und in den Ateliers des Obergeschosses, da die Stadt Remagen derzeit noch die Galerieräume nutzt.

Apollinariskirche im Fokus

Auf der Treppe begegneten dem Besucher zuerst Fotos, zuvorderst solche vom Rhein: Horst Peter Vitt hielt Turnschuhe am Steinstrand fest und Bettina Holzem rückte Pollern im Wasser ganz nahe. In höhere Sphären begab sich Sabine Hartert, indem sie Bauteile sakraler Architektur überblendete. Dass es sich um die Apollinariskirche und die Kirche Sankt Peter und Paul handelt, darf vermutet werden. Letztere betrat Pieter Jos van Limbergen an einem grauen Novembertag. Licht fiel von Osten durch den Chor. Van Limbergen zog die Kamera herunter und machte drei Aufnahmen mit verschiedenen Verschlusszeiten. Die Verwischtechnik belohnte ihn mit gelb gesäumten Lichtbahnen, die er „Stairway to Heaven“ (“Treppe zum Himmel“) betitelte.

Wie aber passt Till Racholds Foto-Portrait von van Limbergen ins Konzept? Es entstand vor dem verrotteten Hotel Zur Waldburg auf der Höhe, das viele Jäger von Lost Places anlockt. In der Kernstadt wurde Eva Töpfer fündig bei Werksteinen, urig verbaut im Treppenaufgang unterhalb des Römermuseums und bei Schachspiel-Platten der Rheinpromenade. Wie sich bildlich kalauern lässt, zeigt Dieter Wessinger per zweiteiliger Hommage mit dem Titel „Re(h)magen“: Ein scheues Reh und ein Magen-Querschnitt sollen für Romantik plus Wohlstand und Genuss stehen.

Anspruchsvolle Prägedrucke

Inhalte, Techniken und Stile gab es in großer Bandbreite. So malte Christina Schäfer streng linear ihren Atelier-Blick auf die Stadt, wohingegen Gitta Büsch in „Romanik trifft Gotik“ mit warm kolorierten Monotypien auf Japanpapier die Steinmetzkunst an den Kapitellen der Pfarrkirche feiert. Als Prägedruck präsentiert Janko Arzenšek reflektiert und handwerklich anspruchsvoll die nicht mehr vorhandene Rheinbrücke zwischen den Brückentürmen. Auf Querelen der lokalen Kunstszene reagierend, legte er in „Wühlmäuse“ die akribisch gezeichnete Bebauung des historischen Dreiecks über das aquarellierte Laufsystem fetter Nager. Über die Szene macht sich ebenso Cornelia Harss gewohnt detailreich, bissig und witzig her. Die Protagonisten, „die einst durch das Küfo gegeistert sind“, versammelte sie zum Beispiel auf dem Friedhof. Neben dem Katalog sind Postkarten der Kunstdrucke erhältlich.