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Remagen: Verein kritisiert Rauswurf von Geschäftsleuten

Rauswurf von Geschäftsleuten in Remagen : Verein kritisiert Stadt für Entziehen von „Existenzgrundlage“

Die Stadt Remagen hat als Vermieter Geschäftsleuten ihre Ladenlokale gekündigt. Sie will sie künftig selbst nutzen. Der Verein „Lebendiger Marktplatz“ kritisiert diesen Vorgehen, das Fragen aufwerfe.

„Was ist los in Remagen?“ fragen Einzelhändler in der Römerstadt. In einem an den GA adressierten Brief des Vereins „Lebendiger Marktplatz“, der sich die Förderung von Kunst und Kultur in der historischen Kernstadt von Remagen, insbesondere auf dem Marktplatz verschrieben hat, weist Vorsitzende Stefanie Oberhaus darauf hin, dass es unverständlich sei, dass die Stadt als neue Eigentümerin von Ladenlokalen in der Passage zwischen Markt und dem „Platz an der Alten Post“ Einzelhändlern gekündigt hat. Hintergrund der Kündigung: Die Stadt will die Räume in Rathausnähe künftig selbst nutzen. Zwar könne man nachvollziehen, so Oberhaus, dass die Stadtverwaltung zusätzlichen Platzbedarf habe, deshalb jedoch drei Geschäftsleuten die Existenzgrundlage zu nehmen, werfe Fragen auf.

„Wer hat das entschieden? Lagen den Entscheidern alle Informationen zu den Konsequenzen vor? Was für ein Signal ist das für künftige Neuansiedlungen von Geschäften?“, fragt der Verein. Und: „Kann man die Nutzung aller Räumlichkeiten nicht so lange belassen, bis sich Alternativen anbieten?“ Die Situation lasse sich sicherlich „entschärfen“, wenn sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen würden und „unvoreingenommen nach Lösungen suchen“, so Vorsitzende Oberhaus.

Petition zur Rücknahme der Kündigung

Derweil berichtet die Remagener FDP, dass eine Petition zur Rücknahme der Eigenbedarfskündigung das notwendige Quorum geschafft habe: 390 Unterschriften aus Remagen seien nötig gewesen, unterzeichnet hätten 572 Bürger aus der Römerstadt, aus der Region gar über 1200, teilte FDP-Ratsmitglied Christina Steinhausen mit. „Das Thema bleibt und wird jede Woche drängender“, erklärte sie weiter. Sie kritisierte, dass Bürgermeister Björn Ingendahl „offenkundig auf stur geschaltet hat“. Angebotene Schlichtungsgespräche habe das Stadtoberhaupt abgelehnt.

Die FDP forderte Ingendahl erneut eindringlich auf, die Eigenbedarfskündigungen der Stadtverwaltung für die Bachstraße in Remagen, von der neben einem Friseur die einzige Ergotherapie-Praxis der Stadt sowie ein Sonnenstudio betroffen sind, zurückzunehmen. Die Petition zur Rücknahme der Eigenbedarfskündigung haben die betroffene Ergotherapeutin Nina Hunold und Sonnenstudiobetreiber Jamal Daiz inzwischen der Stadtverwaltung zukommen lassen und um Stellungnahme gebeten.

Gegenüber dem GA machte die Stadtverwaltung deutlich, dass man Unterstützung bei der Suche nach alternativen Ladenlokalen angeboten habe. Auch eine Mietverlängerung um drei Monate will die Stadt angeboten haben.