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In der ehemaligen Synagoge Ahrweiler: Remagener Künstlergruppe RheinArt stellt Kunst gegen Rechts aus

In der ehemaligen Synagoge Ahrweiler : Remagener Künstlergruppe RheinArt stellt Kunst gegen Rechts aus

"Farbe bekennen" heißt die Ausstellung der Remagener Künstlergruppe RheinArt in Ahrweilers ehemaliger Synagoge. Zur Eröffnung begrüßte Horst Saul vom Bürgerverein und spielten als hervorragendes Duo Monika Tschurl Piano und Michael Dartsch Violine.

Wie das Motto, so die Arbeiten. Intensiv magenta und türkis leuchtet die Fantasie-Landschaft von Renate Michalzik, heftig rot- und blautonig, dazu unterschiedlichst gemustert, fordert Angelika Hecht-Schneewolfs Stoff-Collage "Liebesbeziehungen" den Sehnerv heraus, und mit farbigen Welten in Filz haben Beate Waldner-Brenner und Beate Surek ihren Auftritt.

"Das Bunte besiegt das Dunkle" titelt Hans Paul seine bildfüllende Farbdusche sowie strahlenförmig angeordnete Farbbänder. Noch deutlicher trifft die Aussage von Eva M. Töpfer "Lieber farbige Streifen als braune Kreise" für ihre vegetativ anmutende Leinwandarbeit samt Kreisobjekt das, was die 16 Aussteller umtreibt: gegenüber Rechtsradikalen "gemeinsam aufmerksam sein, hinschauen und handeln".

Das Gegenteil, nichts hören, sehen, sprechen, prangert Dagmar Ackermann mit dem Objekt eines beschädigten Mantels an. Gruppensprecher Volker Thehos, der sein Schmetterlingsporträt mit schwarzen Konturen beschwert, erklärte, "Künstler aller Sparten schöpfen ihre Inspirationen, Kreativität und Ausdrucksvielfalt aus einer bunten Welt, geprägt durch Freiheit, Toleranz und Respekt. Für Remagen als Stadt der Kunst und Lebensfreude ist es unerträglich, wenn sich jedes Jahr ungebetene Gäste an der Kapelle Schwarze Madonna versammeln, die genau das jedoch aber nicht wollen".

Seitens des Bündnisses Remagen für Frieden und Demokratie dankte dessen Sprecherin Agnes Menacher den Künstlern für ihr Engagement. 2012 hatten sie bei der Kapelle mit einem "Schilderwald" protestiert. Unbekannte holzten ihn ab. Nun liegen die Schilder um Peter Krebs? Skulptur Don Quichote, der "wachsam bleiben" soll. Mancher Besucher interpretierte indes: "Gegen die Braunen kämpft man wie gegen Windmühlen." Dagegen stehen die künstlerischen Apelle, wie Rudolf Ölschlägers abstrakte Acryl-Malerei "Alle Farben der Welt gehören allen", Janko Arzenseks aus Pfeilen gefügter Regenbogen zur "Verteidigung der Vielfalt", Peter Müllmanns wildes Hochformat "Die Farben des Lebens" und Frank Bliss? kritische Installation "Wer gegen Nazis demonstriert, muss bestraft werden". Mit einer düster triefenden Remagener Brücke symbolisiert Antje Schlaudt, "die Zeit lässt uns vergessen". "Aber wir dürfen das Unrecht nicht vergessen", sagt die Künstlerin, die dem Bild per Friedenstaube Hoffnung einhaucht.

Konkreter weist Gudrun Hillmann Wege aus dem Missstand, indem sie unverschleiert, halb verschleiert und ganz verschleiert das freundliche Trio "Christine und Freundinnen" malte. Christel Vendel benennt Quellen der Kraft: Das alte Testament mit Moses, der die zehn Gebote empfängt, während das Volk, anstelle des goldenen Kalbs, dem Mammon huldigt sowie das neue Testament mit der Heiligen Dreifaltigkeit. Vendel zeigt die heilige Familie mit dornengekröntem Gottvater, Maria, Jesuskind und Taube und erläutert: "Für mich ist es die Ur-Zelle der Liebe. Drohgebärden helfen nicht. Nur Liebe und Verständnis und nicht Verteufelung führt zu Lösungen."

Die Ausstellung ist heute von 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.