Friedensgruppe der Realschule plus Remagener Schüler präsentieren ihr Buch über Toleranz

REMAGEN · Mit einer Lesung haben Schüler der Remagener Realschule plus ihr Buch „Ein Flügelschlag für den Frieden“ vorgestellt. Der Band, der nachdenkliche und engagierte Beiträge enthält, ist ein Plädoyer für Toleranz und Frieden.

 Die Autorinnen und Autoren präsentieren ihr Buch. Der Umschlag (im Vordergrund, vier Bücher aufgefächert) zeigt eine Taube.

Die Autorinnen und Autoren präsentieren ihr Buch. Der Umschlag (im Vordergrund, vier Bücher aufgefächert) zeigt eine Taube.

Foto: Martin Gausmann

Schüler der Friedensgruppe der Realschule Plus haben ein Buch verfasst, schon das zweite nach ihrem Erfolg „Ich habe einen Traum“ 2013. Mit einer Lesung in ihrer Schule stellten sie den Neuling „Ein Flügelschlag für den Frieden“ vor, der nachdenkliche und engagierte Beiträge enthält und unter der Projektleitung von Johanna Kretschmer entstand.

„Ich bin begeistert von den jungen Menschen, von ihrer Ernsthaftigkeit. Sie wollen wirklich diesen Flügelschlag für den Frieden“, sagt Kretschmer. Fern von Unterricht und Noten war es ihr wichtig, „eine Plattform zu geben, wo sie ihre Wünsche ausdrücken“. Das Buch resultiert aus dem Schulprojekt „Friedenstauben“. Damit rief die Friedensgruppe der Schule am Tag der Demokratie 2016 Bürger auf, Hoffnungen und Wünsche zum Thema Frieden auf vorab gebastelte Friedenstauben zu schreiben. Über hundert Tauben wurden und werden bis heute im Friedensmuseum ausgestellt.

Nicht nur die Taubenschar, auch die Zahl der Schüler in der Friedensgruppe vermehrte sich. Es kamen sogar zwei Autorinnen der Barbarossaschule Sinzig hinzu. Sie alle reflektierten über die Friedensbotschaften der Bürgerschaft und schrieben ihre Gedanken dazu nieder. Nach der Begrüßung der kommissarischen Schulleiterin Marion Schnitzler, Ideengeberin für das „Friedenstauben“-Projekt, und des Ersten Beigeordneten Rolf Plewa trugen 13 Teilnehmer Beiträge vor. Thomas Muschinski brachte „Die Farbe des Friedens“ mit und Kristine Muschinski Lena Schlömanns Text „Picassos Tauben“. Um Protestsongs ging es Jonas Aust, während Rhönrad-Turner Tobias Seiler aus Erfahrung vom „Sport als Friedensstifter“ sprach. „Was für ein Mensch will man sein?“ fragte Eva Tabo, die eine Antwort nicht in Behauptungen, sondern einzig in „engagiertem Handeln“ erkennt.

Poesie über Trauer und Hoffnung

Einige der jungen Autoren haben Dramatisches erlitten. Dalchad Hajji Rashid beschreibt in „Die Angst bleibt“, wie ihn in Syrien ein Soldat aus der Schusszone rettete, doch sein Retter getroffen neben ihm verstummt. „Krieg bringt nichts“ verdeutlicht ebenso Bashar Sheikho, geflüchtet von Aleppo in die Türkei und schließlich nach Deutschland.

Von Trauer und Hoffnung spricht Dania Sherbatji mit ihrer poetischen Ader: „Als eine Blume mit syrischen Wurzeln und deutscher Blüte wünsche ich meiner Heimat, dass sie wieder stark und gesund werden wird.“ Vedrana Jozic aus Bosnien und Herzegowina erlebte die Diskriminierung von Christen, weshalb er in „Glocke und Ezan“ Respekt fordert: „Mir ist egal, ob Du aus Bosnien oder Ägypten kommst, mir ist egal, ob Du schwarz oder weiß bist, mir ist egal, ob Du an Gott glaubst oder Atheist bist. Aber hey, mir ist nicht egal, wenn Du Dich respektlos und unsozial verhältst.“

Dass Frieden Gleichberechtigung braucht, findet Setarah Ibrahimi aus Afghanistan und orientiert sich an der Pakistanerin Malala Yousafzai, die für die Rechte der Mädchen und Frauen kämpft. Und den Wert inneren Friedens vermittelte Sina Wrigge. Zum Atemholen während der bewegenden Lesung waren die musikuntermalten Videos der Friedenstauben von Christian Radtke angetan. Das 132-seitige Buch, gefördert vom Aktionsplan der Stadt im Bundesförderprogramm „Demokratie leben!“, resultiert aus der Erkenntnis der Jugendlichen: „Wir sind es ja, die später in der Welt leben, die uns die Erwachsenen hinterlassen haben. In einer Welt voller Zerstörung möchten wir aber nicht leben. Wir wollen sie friedlich und ganz erleben. Deshalb sind wir mutig und machen uns stark für eine zukünftige Welt ohne Krieg.“

Das Buch ist in Kürze für sechs Euro in Hauffes Buchsalon in Remagen und in der Sinziger Lesezeit zu erwerben.

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