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DNA-Proben ausgewertet: Schafe wurden im Kreis Ahrweiler von einem Wolf getötet

DNA-Proben ausgewertet : Schafe wurden im Kreis Ahrweiler von einem Wolf getötet

Im Februar wurden mehrere Schafe in Remagen und in Adenau im Kreis Ahrweiler getötet. Nun belegen DNA-Proben: Die Tiere wurden von einem Wolf getötet.

Wölfe sind nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums verantwortlich für zwei Risse von Nutztieren im Kreis Ahrweiler. Wie das Ministerium am Freitag mitteilte, habe das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen anhand von DNA-Proben Wölfe identifiziert. Der erste Fall habe sich am 16. Februar in der Verbandsgemeinde Adenau ereignet. Dabei seien acht Schafe getötet und fünf weitere verletzt worden. Vier Lämmer seien dort noch vermisst. Zwei Tage später habe es einen weiteren Vorfall auf der Gemarkung Remagen gegeben, bei dem vier Schafe getötet und drei weitere verletzt worden seien.

Um welchen Wolf oder um welche Wölfe es sich in den beiden Fällen handelt, stehe noch nicht fest. „Da die beiden Rissorte nur etwa 40 Kilometer auseinanderliegen, könnte es sich durchaus um denselben Wolf gehandelt haben“, so das Ministerium.

Zu der bislang letzten dokumentierten Wolfssichtung in Rheinland-Pfalz war es am 6. Dezember in der Verbandsgemeinde Unkel im Kreis Neuwied gekommen. Damals wurde ein Wolf mit einer Wildtierkamera fotografiert. Im Linksrheinischen hatte es am 20. Februar im nordrhein-westfälischen Swisttal-Dünstekoven einen Vorfall gegeben, der möglicherweise auf einen oder mehrere Wölfe zurückzuführen ist. Mehrere Schafe einer Herde wiesen Bissspuren auf. Der Fall wird noch untersucht. Nun steht im Raum, dass die nachgewiesenen Wolfrisse im Kreis Ahrweiler und der Vorfall im Rhein-Sieg-Kreis in einem Zusammenhang stehen könnten.

Nach Angaben des Ministeriums seien in beiden Fällen die Schafe nicht durch wolfssichere Zäune geschützt gewesen. Die Verbandsgemeinde Adenau gehöre zu der sogenannten Pufferzone, in der seit 2019 wolfssichere Zäune vom Land gefördert werden. In Rheinland-Pfalz gibt es einen sogenannten Wolfsmanagementplan. Dieser sieht vor, dass Nutztierrisse zu 100 Prozent entschädigt werden, wenn sie nachweislich von einem Wolf verursacht wurden. Zudem können bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz sogenannte „Notfallzäune“ kostenlos ausgeliehen werden, wenn Weidetiere im Bereich eines Wolfsrisses nur unzureichend geschützt sind. Das Ziel sei es, Wölfe nicht an das Reißen von Weidetieren zu gewöhnen.

Das Umweltministerium weist darauf hin, dass sich betroffene Tierhalter bei Verdacht auf einen Wolfsriss bei einer „Wolfshotline“ unter der Telefonnummer 06306/911199 oder via Mail an wolf@snu.rlp.de melden können.