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Remagen erlebt "Kölsche Tön": Staraufgebot im Vorfeld der Session

Remagen erlebt "Kölsche Tön" : Staraufgebot im Vorfeld der Session

Der kölsche Abend in der Rheinhalle lockte die Besucher scharenweise und bot ein fast sechsstündiges Konzert mit sechs Bands. Die Zuhörer waren begeistert.

Etwas weniger als zwei Wochen vor Beginn der Session haben sich Spitzenbands und -künstler aus dem Kölner Karneval in der Remagener Rheinhalle schon einmal warmgespielt. Das Publikum füllte den Saal bis fast auf den letzten Quadratzentimeter und ließ seine Kehlen mehr als einmal zu lautem Gesang ertönen. Das bald sechsstündige Konzert mit sechs Bands zehrte zwar sichtlich an den Reserven der Besucher, ließ aber keinen unglücklich zurück.

Während sich draußen Geister und Gespenster durch eine kalte Halloween-Nacht gruselten, war die Stimmung in der Halle eher den Liedzeilen des Stückes „Hück steiht de Welt still“ der Gruppe Cat Ballou entsprechend „klamm und wärm“. Einige hatten sich zwar auch in zum Teil gruselige Kostüme geworfen, der Großteil aber war einfach nur zum Feiern gekommen.

Der Abend startete direkt mit einem Knaller frischer kölscher Musik: Kasalla. Sänger Bastian Campmann hingen zwar nach wenigen Augenblicken die Strähnen schweißnass im Gesicht, der musikalischen Kraft tat dies jedoch keinen Abbruch. Zu Songs wie „Pirate“ oder „Immer noch do“ stand die Halle Kopf und gegen den Gesang der Zuhörer hatte die Musik einige Mühe anzukommen. Schunkeln, springen, schreien waren an der Tagesordnung.

Evergreens packen das Publikum

Selbst nach „Stadt mit K“ und „Marie“ wurden die Zugabe-Rufe nicht leise. Doch Kasalla mussten dem zweiten Act des Abends die Bühne räumen: Schlagersänger Patrick Linneborn, genannt Pat, unterhielt die Massen mit einer Mischung aus eigenen Liedern und Hitmedleys. Dröhnende Bässe untermalten Liebeslieder wie „Wenn du da bist“ oder „Wenn du kein Engel bist“. Am meisten packte der 27-Jährige natürlich das Publikum, wenn er Evergreens von „Kölsche Jung“ der Gruppe Brings oder „Ganz oder gar nicht“ von Wolfgang Petry vortrug. Spontan wurde noch „Viva Colonia“ von „De Höhner“ a cappella gesungen.

Auf den Sitzrängen hielt es spätestens zum nächsten Highlight niemanden mehr. Cat Ballou eröffneten ihren Teil des Abends mit „Die Stääne stonn joot“ und trafen sofort den Nerv des Publikums. Die Hände gingen nach oben und formierten eine große Welle vor der Bühne.

„Et jitt kein Wood“ traf auf einen lautstarken Publikumschor, der sich über das Ende des Stückes hinaus nicht auflösen wollte. Original kölsches Zuggefühl kam mit den rot-weißen Köchen der „Gulaschkapell“ auf. Karnevalsklassiker im Brass-Gewand und ausgeflippte Musiker ließen das Publikum in karnevalistische Vorfreude eintauchen.

Mit der Gruppe „Hanak“ wurde es dann wieder rockiger. Der Abend wurde dann zur „Naach d’r Nächte“ und auch der berühmte „Haifischzahn“ durfte nicht fehlen. Am Ende blieb die Erkenntnis: „Alles weed jot“! Zum Abschluss des grandiosen Abends kamen noch die Paveier in der Rheinhalle vorbei. Das von Kölsch und Karneval schon reichlich ausgezehrte Publikum animierten die sechs Urgesteine zu einem letzten Kraftakt. Zu „Heimat es“ wurde noch einmal ausgiebig geschunkelt und mit „Uns jeiht et joot“ ging ein gelungener Abend schwungvoll zu Ende.