1. Region
  2. Ahr & Rhein
  3. Remagen

Unwetter: Kind in Remagen während Katastrophe geboren

Geburt in Remagen : Kind kommt während der Unwetter-Katastrophe zur Welt

Wegen der Unwetter-Katastrophe konnte Elmyra Speier ihr Kind nicht in der Geburtsklinik in Bad Neuenahr-Ahrweiler bekommen. Unter widrigen Umständen erblickte der kleine Jack Logan schließlich in Remagen das Licht der Welt.

50 Zentimeter groß, 3250 Gramm schwer, müde, aber vor allem gesund. Das ist der kleine Jack Logan, der am Donnerstag um 10.58 Uhr im Krankenhaus Maria Stern in Remagen geboren wurde. Dabei gibt es in dem Krankenhaus gar keinen Kreißsaal.

Doch aufgrund der Unwetter-Katastrophe konnte die Remagenerin Elmyra Speier ihr viertes Kind nicht in der Geburtsklinik in Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Welt bringen. Bei der Odyssee von Remagen über die Grafschaft in die Kreisstadt wurde die Ahr dann zum unüberwindbaren Hindernis. So entschied Speier sich dafür, umzukehren und ihren Gynäkologen Christian Flaskamp aufzusuchen, der seine Praxis am Remagener Krankenhaus hat, wo Speier selbst als Krankenschwester arbeitet.

Manche Steckdosen funktionierten nicht

Neben dem Kreißsaal mit seiner Spezial-Ausstattung für Geburten fehlte auch eine Hebamme. Flaskamp begleitete in seiner Zeit als Krankenhaus-Arzt, bevor er eine eigene Praxis hatte, immerhin schon einige Geburten. Diesmal begleiteten zudem die Krankenschwestern Iris Flerus, Heike Böber und Susanne Schmitz sowie die Medizinische Fachangestellte Dorothee Gies die Geburt.

Das Unwetter blieb ein Risikofaktor. So funktionierten im Saal, in dem das Kind zur Welt kam, manche Steckdosen nicht. Auch die Kommunikation per Telefon war gestört, eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus unmöglich. „Man fühlte sich schon sehr abgekapselt“, berichtet Flaskamp. Auch das Gewicht das Kindes konnte zunächst nicht bestimmt werden, da eine Waage zu klein war und eine andere, digitale Waage ohne Strom nicht funktionierte.

Für Mutter Elmyra Speier war es trotz der Umstände die angenehmste Geburt. Sie habe sich die ganze Zeit über sicher gefühlt, da mit Flaskamp ein Arzt da gewesen sei, der sie kennt. „Ich wusste, das Baby ist gut versorgt, ich bin gut versorgt, und das ist die Hauptsache“, macht Speier deutlich. Mit ihrem Sohn ist sie schon wieder zu Hause. Vom Unwetter sei sie nicht betroffen.