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Rund 60 Straßen in Ahrweiler sind von der Flut betroffen

Wiederaufbau in Ahrweiler : Rund 60 Straßen sind von der Flut betroffen

In der letzten der digitalen Bürgerversammlungen für den Wiederaufbau in Bad Neuenahr-Ahrweiler ging es um die Situation in Ahrweiler. Etwa 60 Straßen haben dort durch die Flutkatastrophe Schäden erlitten – und wurden zum Teil fortgespült.

Die letzte von sieben als Videokonferenzen veranstalteten Einwohnerversammlungen zum Wiederaufbau in der Kreisstadt nach der Flut beschäftigte sich mit Ahrweiler. Rund 60 Straßen sind in Ahrweiler mehr oder weniger stark von Flutschäden betroffen. Dabei wurden die Karl-von-Ehrenwall-Allee und die Otlerstraße in Ufernähe besonders stark getroffen und zu großen Teilen fortgespült. Dort entstehen derzeit Provisorien, führte Tiefbau-Abteilungsleiter Alfred Bach zu den angelaufenen Aufbaumaßnahmen aus. Gerade diese beiden Straßen verdeutlichen das Ausmaß der Katastrophe noch einmal. So muss die Ehrenwall-Allee eine komplett neue Gründung erhalten, um wieder aufgebaut werden zu können. „Dort muss wahrscheinlich ein Schutzwall errichtet werden, der eine Böschung und die Straße hält“, vermutet Bach. Aktuell gibt es eine Notstraße für Feuerwehr und Lieferanten der Ehrenwall’schen Klinik.

Kompletter Neubau von Feuerwehrhaus wahrscheinlich

Radwege, Straßenbeleuchtung und Brücken fallen in die Zuständigkeit von Bach, aber auch das Ahrufer, zu dessen Wiederherstellung man den Abschnitt Ahrweiler in vier Bereiche aufgliederte. Maßnahmen steht aber erst einmal der noch zu erstellende Gewässerentwicklungsplan für die gesamte Ahr vor, der im April erwartet wird. Dieser Plan wird auch maßgeblich für die Zukunft des Ahrweiler Feuerwehrhauses sein, eine der ersten Hochbauten, mit dessen Zukunft sich die städtische Aufbaugesellschaft beschäftigt. Den Worten von Hochbau-Abteilungsleiter Herbert Wiemer war zu entnehmen, dass ein kompletter Neubau wahrscheinlich ist. Da kommt die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Standorts direkt am Ahrufer auf, zumal nur dank der Beständigkeit der Piusbrücke nach der Flut ein Erreichen der südlichen Stadtteile für die Wehr möglich war. Gut möglich, dass sich die Feuerwehrleute dort einen neuen Standort suchen.

Wiemer erläuterte die Planungen für eine Fülle weiterer städtischer Hochbauten. Mit hoher Priorität versehen, auch weil der Aufbau bereits läuft oder zeitnah machbar ist, wurden das Alte Rathaus am Marktplatz, die schon in Teilen nach den Sommerferien wieder in Betrieb genommene Grundschule und das Helmut-Gies-Bürgerzentrum, das schon wieder für Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen zur Verfügung steht. Auch an der Stadtmauer stehen zahlreiche Reparaturen vor allem in den Bögen an, hier floss Wasser in die angrenzenden Häuser. Die Stadttore haben die Flut dagegen nahezu unbeschadet überstanden.

Große Probleme bereitet die Marktgarage mit ihren beiden Parkgeschossen. Die komplette Haustechnik ist zerstört, Böden sind angegriffen. Die Garage soll aber wieder hergerichtet werden, ein Sanierungsgutachten liegt der Stadt vor. Auch die Herrichtung des Ahrtorfriedhofs hat höchste Priorität. Es wurde bereits ein neues Friedhofskonzept in Auftrag gegeben. Auf der anderen Ahrseite ist das Ahrstadion derzeit noch ein Baulager. Während das benachbarte Freibad möglicherweise schon im kommenden Sommer wieder Besucher empfangen kann, sieht das beim Ahrstadion nicht so aus. Der einmal angedachte Umbau mit einem Kunstrasenplatz scheint in weite Ferne gerückt, da der Sportplatz direkt am Fluss liegt und es außer einer rund 100 Jahre alten deichrechtlichen Genehmigung keine weiteren Baugenehmigungen für die Sportstätte gibt. Der Erste Beigeordnete der Kreisstadt, Peter Diewald, sieht hier nach einer Sitzung mit den städtischen Sportvereinen künftig eher einen kleinen Tennenplatz, dafür aber oberhalb des Bergfriedhofs, vielleicht aber auch auf dem Gelände des Bachemer Sportplatzes, eine größere Sportanlage für die westlichen Stadtteile Bad Neuenahr-Ahrweilers.