Dachsanierung an Rosenkranzkirche: Sankt Marien: Arbeiten in schwindelnder Höhe

Dachsanierung an Rosenkranzkirche : Sankt Marien: Arbeiten in schwindelnder Höhe

Dachdecker sicherten von einem Arbeitskorb eines 400-Tonnen-Krans aus in schwindelnder Höhe das Dach von Sankt Marien Auch wenn sie ein hehres Ziel hatten, so ganz katholisch war die Wortwahl der Kranfahrer am Samstagmorgen punkt 6 Uhr auf dem Parkplatz der Bad Neuenahrer Rosenkranzkirche nicht.

Der Grund: Obwohl reihenweise Schilder "laut und deutlich" darauf hinwiesen, dass der Parkplatz gesperrt ist, standen sechs Autos schön verteilt auf dem Platz, auf dem noch vor Sonnenaufgang ein 400-Tonnen-Kran aufgebaut werden sollte. Denn Dachdecker mussten für dringende Instandsetzungsarbeiten im Arbeitskorb an den mit Hahn 65 Meter hohen Turm gebracht werden, dem "lieben Gott aufs Dach steigen".

Daraus wurde erst einmal nichts. Kranführer Michael Weiland rief die Polizei. Die entschied: "Abschleppen." Gut, dass die Kranfirma Floßdorf auch eigene Schlepper hat. Vier Autos mussten letztlich an den Haken, zwei Fahrer konnten ihre Wagen gerade noch davor retten. Doch das ganze Prozedere warf die für den Tag geplanten Arbeiten an der von 1899 bis 1901 erbauten Kirche Sankt Marien um zwei Stunden zurück. Denn die dauert es, bis der 400-Tonner mit Hilfe eines anderen Krans auf seine Arbeitshöhe von 80 Meter gebracht ist.

Das Dachdeckerteam von Dennis Rink aus Bad Neuenahr übte sich in Geduld. Auf die Männer wartete Arbeit in schwindelnder Höhe. "Wir müssen Schiefer sichern, neue Leyen einsetzen und auch den Blitzschutz kontrollieren", sagte Rink und nannte auch den Grund: "Da ist eine Schieferplatte runtergekommen. Aber zum Glück ist nichts passiert." Deshalb habe die Bad Neuenahrer Pfarrei den Auftrag für die Instandsetzung erteilt. "Mit Kran und Arbeitskorb schaffen wir das in einem Tag", erklärte der Meister und unterstrich: "Der Schiefer kommt vom Mayener Katzenberg. Das ist weltweit anerkannt das beste Material. Es darf halt nur nicht runterfallen."

Die Rinks sind übrigens Dachdecker in der fünften Generation. Und so fand sich Dennis Rink letztlich am Samstag an dem Platz wieder, wo sein Urgroßvater Johann Rink vor 113 Jahren das Dach geschiefert hatte: ganz dicht unter dem vergoldeten Wetterhahn.