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Fluthilfe in Dernau: Siebenjährige aus Sachsen initiiert Spendenaktion an der Ahr

Fluthilfe in Dernau : Siebenjährige aus Sachsen initiiert Spendenaktion an der Ahr

Wünscht Euch was: Eine Gruppe aus Sachsen spendet, was Kindern an der Ahr fehlt. Den Anstoß gab Mimi aus der Nähe von Dresden.

Die Kinder sind von der Flut nicht verschont geblieben. Und auch sie stoßen auf Mitgefühl –  selbst bei Gleichaltrigen. So hat die siebenjährige Mimi aus der Nähe von Dresden jetzt eine Wunscherfüller-Aktion angestoßen, die am Wochenende 70 Kinder aus Dernau glücklich gemacht hat.

„Mimi hatte mitbekommen, dass viele Kinder durch die Katastrophe alles verloren haben. Das hat sie so getroffen, dass sie in ihrem Zimmer verschwand und mit Spielzeug zurückkam, das sie spenden wollte, und sagte: ‚Mama, ich will helfen.’“, berichtet Mandy Gieler, Deutsche Weinkönigin 2010/2011, an deren Dernauer Elternhaus die Aktion durchgeführt wurde.

Herzensgruß an Kinder

„Ich würde Mimis Hilfsgeist so gerne unterstützen. Denn das zählt in der heutigen Zeit. Wir wollen einen Lichtblick, einen Herzensgruß senden, dass andere Kinder an sie denken und ihnen helfen wollen“, hatte Mimis Mutter Antje an ihre Freundin Juliane Kremtz, ihrerseits ehemalige Sächsische Weinkönigin, geschrieben. Juliane Kremtz kannte aus ihrer Weinköniginnenzeit die Ahrtalerin Mandy Gieler, die sich wiederum an Katrin Kastenholz vom Förderverein des Dernauer Kindergartens wendete.

Erst ging es nur um Mimis Spielzeug, Malhefte sowie Mädchenkleidung. Analog zu den verbreiteten Wunschbaum-Aktionen vor Weihnachten und dadurch, dass sich immer mehr willige Wunscherfüller in Sachsen fanden und mehr Kinderwünsche in Dernau gesammelt wurden, wurden schließlich 70 Wünsche von Dernauer Kindergartenkindern erfüllt. Von Stiften und Bausteinen bis zu Tret-Traktoren und Laufrädern reichte das Spektrum.

Freude über ein ein Feuerwehrauto

Viele Kinder hatten sich Dinge gewünscht, die sie durch die Flut verloren haben. Der dreijährige Luca freute sich über ein Feuerwehrauto. Der vierjährige Finn dampfte mit einem Rettungswagen wieder ab. Und die dreijährige Ida freute sich über die Sachen, die Mimi für sie eingepackt hatte.

Finanzielle Unterstützung auch für den Transport gab es unter anderem von einer Firma in Sachsen. So kamen auf dem Postweg sowie mit einem Laster zwei Europaletten voller erfüllter Wünsche bei Mandy Gieler in Dernau an. Und ein sächsisches Spielzeuggeschäft hatte noch ein paar Artikel dazugelegt, aus denen sich die Kinder mit den „kleinen“ Wünschen noch etwas aussuchen konnten.

Geschenke werden liebevoll verpackt

Aber viele griffen nicht für sich zu, sondern für Geschwister oder Freunde. Die persönlichen Geschenke waren liebevoll verpackt und mit schön gestalteten Zetteln der Namen der Empfängerkinder versehen.

Die Kinder kamen mit ihren Eltern teils aus ihren Notunterkünften in anderen Orten zur Bescherung nach Dernau. Diese nutzten die Zeit zum Austausch, wer, wie, wo untergekommen war und die Flut verkraftet hat. Das tat gut. Gerade an dem Tag, an dem das Gebäude des Dernauer Kindergartens, den schon die Eltern als Kinder besucht hatten, abgerissen werden musste.