Vorsitzender der Lebenshilfe zu Flut-Ermittlungen „Viele Menschen hätten gerettet werden können“

Interview | Sinzig · Im Lebenshilfe-Haus in Sinzig starben bei der Flut zwölf Menschen. Der Vorsitzende der Lebenshilfe an der Ahr, Ulrich van Bebber, spricht über das Ende der staatsanwaltlichen Flut-Ermittlungen. Für die Angehörigen der Opfer sei dieses kaum nachvollziehbar.

Ulrich van Bebber steht im vergangenen Jahr vor dem Haus der Lebenshilfe in der Sinziger Pestalozzistraße, wo 2021 in der Flutnacht zwölf Bewohner ums Leben kamen.

Ulrich van Bebber steht im vergangenen Jahr vor dem Haus der Lebenshilfe in der Sinziger Pestalozzistraße, wo 2021 in der Flutnacht zwölf Bewohner ums Leben kamen.

Foto: ahr-foto

Zwölf Bewohner des Lebenshilfe-Hauses in der Sinziger Pestalozzistraße sind bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 gestorben. Nach dem Ende der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Koblenz ist klar: Juristisch verantworten müssen wird sich dafür niemand. Und das, obwohl sie die Fluten unweit der Ahr-Mündung erst erreichten, nachdem diese flussaufwärts bereits viele Stunden zuvor gewütet hatten. Ulrich van Bebber, der Vorsitzende der Lebenshilfe im Kreis Ahrweiler, zeigt sich im Gespräch mit GA-Redakteur Sven Westbrock überzeugt, dass viele Menschen hätten gerettet werden können, wenn sie rechtzeitig gewarnt worden wären. Fehler sieht er insbesondere beim ehemaligen Landrat Jürgen Pföhler, gegen den sich die staatsanwaltlichen Ermittlungen richteten. Ferner verrät van Bebber, wo ein neuer Standort der Lebenshilfe entstehen soll.