Wirtschaftsministerin Schmitt in Sinzig Im Schulterschluss mit der Bahn den Wiederaufbau stemmen

Sinzig · Bei einem Besuch der Kreis-FDP zeigt sich Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt optimistisch in Sachen Wiederaufbau. Ein Schwerpunkt: Bahnverkehr und Radwege.

 Die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt war auf Einladung der FDP in Sinzig.

Die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt war auf Einladung der FDP in Sinzig.

Foto: ahr-foto

Der Tourismus im Ahrtal ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein wesentlicher Standortfaktor für die einheimische Bevölkerung. Umso wichtiger sei es, die nach der Flutkatastrophe stark zerstörte Infrastruktur zwischen Sinzig und Insul entlang der Ahr wieder aufzubauen und so zu gestalten, dass sie ihren landschaftlichen Reiz behält und dabei mit geeigneten baulichen Maßnahmen künftigen denkbaren Hochwasserereignissen besser trotzen kann, meinte die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) bei einem Besuch in Sinzig. Dort widmete sich die Vertreterin der Mainzer Landesregierung insbesondere dem für den regionalen Fremdenverkehr wichtigen Radwegebau. Radwandern steht bekanntlich sowohl am Rhein als auch an der Ahr hoch im Kurs. Gekommen war Schmitt auf Einladung des FDP-Kreisverbandes.

Die Baustellen sind zahlreich

Wo Menschen gerne Urlaub machen, oder einen Tagesausflug unternehmen, lässt es sich auch gut leben, unterstrich die Ministerin. Bis zur Naturkatastrophe vor drei Jahren war das Leben an der Ahr auch zumeist ungetrübt, dann rissen die Flutwellen tiefe Wunden in zahlreiche Existenzen. Zahlreiche Menschen fanden den Tod, es gab fast 800 Verletzte, Tausende von Gebäuden wurden im Flutgebiet ebenso zerstört wie kommunale Infrastrukturen. Ob Bundes-, Landes- oder Gemeindestraßen, ob Radwege, Promenaden, ob Plätze, Kanäle oder Versorgungsleitungen: Der seit drei Jahren andauernde Wiederaufbau hat viele Facetten und noch mehr Baustellen. Viele davon fallen in Daniela Schmitts Zuständigkeit. In Sinzig hat sie eigens ein Projektbüro für den Wiederaufbau eingerichtet. Von dort aus werden sowohl der Straßen- und Brückenbau als auch die Wiederherstellung der Radwege gesteuert.

Verkehrsministerin Schmitt hob hervor, dass es hierbei im Ahrtal einen engen Schulterschluss mit der Deutschen Bahn gebe, die bis Ende des kommenden Jahres die Ahrtalbahn bis Ahrbrück auf größtenteils neuer Trasse wiederherstellen will. Parallel dazu soll der neue Ahr-Radwanderweg verlaufen, der nicht nur für Touristen, sondern zunehmend auch für Berufspendler, Schüler und Studenten von Bedeutung sein wird. „Wenn die Ahrtalbahn wieder bis Ahrbrück fährt, und parallel das Tal durch einen durchgängigen Radweg erschlossen wird, wird das eine sehr große Impulswirkung für den Tourismus und damit auch für Winzer und Gastronomie haben“, meinte auch FDP-Kreisvorsitzender Ulrich van Bebber. Der provisorische Radweg sei gut, aber auf Dauer keine touristische Grundlage. Kreisbeigeordnete Christina Steinhausen ergänzte: „Der reine Wiederaufbau wird auf Dauer nicht ausreichen.

Neue Positionierung ist nötig

Das Ahrtal muss sich mit Innovation und Nachhaltigkeit auch touristisch neu als Destination positionieren.“ Die Ministerin griff dies auf und verwies auf das inzwischen vom Ahrtal-Tourismus erarbeitete „nachhaltige Tourismuskonzept“, das vom Land stark gefördert worden war.

Es sei gelungen, ein ganzheitliches Konzept „von der Quelle bis zur Mündung, im Tal, in den Seitentälern und auf den Höhen“ zu erarbeiten, lobte Schmitt. Zahlreiche Ideen und Leitprojekte wie die Aufwertung des Ahrsteigs, der Rotweinwanderweg, eine Hängebrücke bei Walporzheim, Mountainbike-Cross-Country-Strecken in den Höhenlagen und viele weitere Projekte seien aus den verschiedenen Maßnahmenwerkstätten hervorgegangen.

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