Thema Nachhaltigkeit Sinzig bekommt seinen Urwald

Sinzig · Der Stadtrat hat es beschlossen. Ein Waldgebiet in Sinzig soll sich zum Urwald entwickeln. Wie das gehen soll?

 In Sinzig soll in den nächsten Jahrzehnten ein Urwald entstehen.

In Sinzig soll in den nächsten Jahrzehnten ein Urwald entstehen.

Foto: ahr-foto

Klein, fein, wild, ganz ohne gefährliche Tiere: Die Barbarossa-Stadt Sinzig bekommt ihren Urwald. Darauf verständigte sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit einem einstimmigen Beschluss. Bereits vor drei Jahren hatten sich die Gremien dafür ausgesprochen, ein besonderes Waldrefugium zu schaffen. Die Pandemie, Personalengpässe und die Flutkatastrophe führten jedoch dazu, dass die schriftlich festgehaltenen Überlegungen zunächst in den Schubladen der Rathaus-Schreibtische verschwanden. Sowohl im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung als auch im Hauptausschuss lebte das Urwald-Projekt in diesem Frühjahr aber wieder bei vielen Verantwortlichen auf (der GA berichtete).

Den Wald jetzt einfach für Jahre in Ruhe wachsen lassen

Im Sinziger Stadtwald soll nun zwischen „Gappentals Floss“ und dem Wanderweg 3 auf dem Ziemert eine 1,5 Hektar große Fläche zum „Urwald-Refugium Sinzig“ werden. Die Stadt hat sich verpflichtet, den bisher bewirtschaften Wald bis zum Jahr 2100 nicht mehr anzutasten. „Interessierte Personen können Pacht-Anteile bei der Stadt erwerben und so ihr Engagement für den Wald und für den Naturschutz dokumentieren“, erklärte die Stadtverwaltung in der Sitzung.

Wer Interesse an Pacht-Anteilen für die Fläche hat, erhält alle Informationen samt Antragsformular auf der Internetseite der Stadt, sinzig.de. Es wird darauf verzichtet, vor Ort mit einer großen Hinweistafel auf die Fläche hinzuweisen, um niemandem zum Betreten der Fläche zu verleiten. Allein kleine Tafeln mit dem Logo und einem QR-Code zur Internetseite werden angebracht. Ausgehend von einer vollständigen Verpachtung der zur Verfügung stehenden Fläche rechnet die Stadt mit einer einmaligen Einnahme in Höhe von 150.000 Euro.

Die Grünen hätten es gerne gesehen, wenn etwas mehr Grün als Urwald ausgewiesen worden wäre anstatt der vorgesehenen 1,5 Hektar, was einer Fläche von etwas mehr als zwei Fußballfeldern entspricht. „Ich hätte mir etwas mehr Mut gewünscht“, meinte das grüne Ratsmitglied Ralf Urban. Die Schaffung eines Lebensraums, in dem sich die Natur ohne den Eingriff von Menschen entwickeln und entfalten könne, sei wirklich von „unschätzbarem Wert“, so Urban.