Aufbaugesellschaft in Sinzig So weit ist Sinzig beim Wiederaufbau nach der Flut

Sinzig. · Überblick über die anstehenden Planungen zeigt unterschiedliche Fortschritte. Für das Gros der millionenschweren Maßnahmen sind die Förderanträge aber schon gestellt. So sieht es konkret aus.

 Der Wiederaufbau in Sinzig geht voran, wie hier bei der Eröffnung der provisorischen Mensa durch Bürgermeister Andreas Geron und Sofia Lunnebach.

Der Wiederaufbau in Sinzig geht voran, wie hier bei der Eröffnung der provisorischen Mensa durch Bürgermeister Andreas Geron und Sofia Lunnebach.

Foto: ahr-foto

Dass der nach der Flutkatastrophe in Teilen von Sinzig notwendig gewordene Wiederaufbau bei der eigens gegründeten Gesellschaft für Entwicklung und Wiederaufbau in guten Händen und eng getaktet ist, davon konnte sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung überzeugen. Dort gab die Geschäftsführerin der städtischen Aufbaugesellschaft, Sofia Lunnebach, einen Überblick über den Stand der Aufbauarbeiten. Ob Schulen, Mensa, Spielplätze, Kitas, Sportstätten, Freizeiteinrichtungen, Wege oder Brücken: Im Norden der Stadt wird nach der Flutkatastrophe an allen Ecken und Enden gewerkelt. Für das Gros der anstehenden Projekte und den damit verbundenen gewaltigen Investitionssummen seien die Förderanträge gestellt – die Stadt rechnet mit Erstattungen aus dem aufgelegten Wiederaufbaufonds von Bund und Ländern.

Sportanlagen: Bei den Sportanlagen steht das Rhein-Ahr-Stadion natürlich als zentral gelegene Stätte für den Schul- und Vereinssport in einem besonderen Fokus. Wie Lunnebach berichtete, befinde man sich hinsichtlich der Planungen, Ausschreibungen und Antragstellungen voll und ganz im Zeitplan. Wie berichtet, soll der Hauptplatz etwas verlegt werden. Derzeit ist das Stadion zumindest provisorisch nutzbar. Fußball kann dort allerdings noch nicht gespielt werden. Die künftigen Nutzer werden jedoch mit einem neuen Rasenplatz und einem neuen Kunstrasenplatz entschädigt.

Thermalbad: Was die Zukunft des Bad Bodendorfer Thermalbades anbetrifft, so sagte Lunnebach: „Vieles ist noch in der Prüfungsphase. Wir führen insgesamt jedoch gute Gespräche.“ Das Bad war in der Flutnacht stark beschädigt worden. Ohnehin stand eine umfangreiche Sanierung der Technik sowie der Becken mit seinerzeit geschätzten Kosten in Höhe von mehr als vier Millionen Euro an (der GA berichtete). Bevor es zur endgültigen Planung und Ausschreibung kam, wälzten sich in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 die Wassermassen durch das Nostalgiebad und hinterließen eine Spur der Verwüstung.

Brücken: Beim Brückenbau (Christinensteg, Spessartsteg, Freiherr-vom-Stein-Straße und an der Ahrmündung sei man ebenfalls auf gutem Weg. Die Planungen seien weitgehend vergeben, die Förderanträge gestellt. Ähnlich sehe es beim Radwegebau aus: auch hier zeichne sich konkrete Umsetzung ab. Beim Rheinradweg hatte man allerdings auf die Entscheidung des Stadtrates warten müssen, welche Brückenvariante zum Zuge kommen soll. Wie berichtet, sprach sich das Gremium für einen Neubau am Standort der alten Brücke an der Ahrmündung aus. Beim Ahr-Radweg in Richtung Bad Neuenahr und Ahrtal befinde man sich in der Entwurfsplanung.

Straßen: Zum Teil in der Bauphase ist indes bereits die Wiederherstellung der bei der Flut beschädigten Straßen, etwa die Josef-Hardt-Allee, Grüner Weg, Hohenstaufen- oder Schillerstraße. Bei den Wirtschaftswegen und bei den Straßenbeleuchtungen stünden weitere Ausschreibungen und Mittelabrufe beim Zuschussgeber an.

• Sonstiges: Auch wenn im öffentlichen Raum bereits vieles bewegt worden sei, so habe man noch zahlreiche Projekte vor der Brust: Ob Wohnmobilhafen in Bad Bodendorf, Bepflanzungen oder Wiederherstellung von Parkplätzen: rechts und links der Ahr warte noch viel Arbeit auf die Verantwortlichen der Stadt und ihrer Wiederaufbaugesellschaft. Immerhin bis zum 20. Juni 2026 können noch Fördergelder aus dem von Bund und Ländern gebildeten Wiederaufbaufonds zur Behebung der Schäden bei der Ahrtalkatastrophe beantragt werden. 15 Milliarden Euro umfasst der Hilfsfonds für das Ahrtal.

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