Kirchbauverein: Sinziger Bürger setzten sich die Unterhaltung von Sankt Peter zum Ziel

Kirchbauverein : Sinziger Bürger setzten sich die Unterhaltung von Sankt Peter zum Ziel

Seit einem Vierteljahrhundert setzt sich der Kirchbauverein für Sinzigs Wahrzeichen Sankt Peter ein. Viel Geld ist bisher aus den Eigenmitteln des Vereins in die kunsthistorisch bedeutendste Pfarrkirche des Kreis Ahrweiler geflossen. Und die Arbeit des kleinen "Dombauvereins" - so bezeichnet er sich gerne selbst - wird wohl niemals beendet sein.

Als Geburtstagsgeschenk gibt es am Samstag, 16. November, um 19 Uhr in Sankt Peter ein geistliches Konzert mit "Ensemble Stellaris".

Zur Geschichte: Am 28. September 1988 gründeten sieben Angehörige der Pfarrei Sankt Peter den Kirchbauverein Sankt Peter Sinzig e. V., um bei der Finanzierung der seinerzeitig tiefgreifenden und umfänglichen Renovierung der romanischen Basilika aus der späten Stauferzeit zu helfen.

Damals ging es also um den Erhalt des Sinziger Wahrzeichens, aber auch um die finanzielle Schieflage des Pfarrhaushaltes. Die damalige Finanzsituation der Pfarrei ließ die von der Bistumsleitung in Trier vorgesehene und erwartete Eigenbeteiligung der Pfarrgemeinde Sankt Peter als kaum realistisch erscheinen. Am Ende mussten zwischen 1987 und 1992 mehr als 4 Millionen Mark in die Erhaltung der 1241 fertiggestellten dreischiffigen Pfeilerbasilika investiert werden.

Der damalige Knackpunkt: Spenden in größerem Umfang waren ohne eine Möglichkeit der steuerlichen Berücksichtigung kaum zu erwarten. Die Pfarrei konnte zum damaligen Zeitpunkt Zuwendungen allein für sozial-karitative Zwecke bescheinigen - nicht jedoch für bauliche Maßnahmen.

Aber das "Konzept Kirchbauverein" sollte rasch aufgehen: Bereits nach Eintrag des Vereins beim damaligen Vereinsregistergericht in Andernach am 28. September 1988 begannen die Spendenquellen zu sprudeln. Zu den sieben weitsichtigen Frauen und Männern gehörten im Herbst des Jahres 1988: Lorenz Wasem (Gründungsvorsitzender); Heinrich Graf von Spee (stellvertretender Vorsitzender); Ernst-Wilhelm Schweikert (Schatzmeister - was er bis zu seinem Ausscheiden anlässlich der turnusmäßigen Vorstandswahlen im Jahr 2009 insgesamt ohne Unterbrechung mehr als 21 Jahre lang blieb), Gisela Drenk (Schriftführerin), Annemarie Arnoldt (damals Vorsitzende des Pfarrgemeinderats) sowie die Herren Dr. Schmitt und Clemens Römer als Beisitzer. Clemens Römer war in einem ganz erheblichen Maße die Rolle als Triebfeder für den eigentlichen Gründungsakt zugefallen. In den 25 Jahren hat der Kirchbauverein aber auch bei anderen Projekten mitgeholfen, wie zum Beispiel der Restaurierung und Bewahrung der innerhalb der Pfarrkirche aufbewahrten und gezeigten Kunstschätze. Stellvertretend für die vielen Einzelmaßnahmen sei die Sicherung, Konservierung und abschließende Erhaltung des umfangreichen Freskenzyklus' in der Taufkapelle (2006) genannt.

Weitere Projekte stehen in den kommenden Jahren auf dem Programm des 130 Mitglieder starken Vereins: Neben einer würdigen und endgültigen Grablege für die Mumie des "Heiligen Vogt" (Ledermännche), der Renovierung der hölzernen Türflügel des Südportals, einer denkmalgerechten Beleuchtung der Taufkapelle, einem künstlerischen ansprechenden Unterbau für den aus der Mitte des 13. Jahrhundert stammenden Taufbrunnen, warten noch zahlreiche andere kostenträchtige Projekte auf ihre Realisierung.

Um das Jubeljahr würdig zu begehen, sind am Samstag, 16. November, alle Freunde und Förderer der Basilika Sankt Peter sowie alle Bürger und Gäste Sinzigs ab 19 Uhr zu einem geistlichen Konzert des "Ensemble Stellaris" in die Pfarrkirche St. Peter eingeladen. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit des Kirchbauvereins wird gebeten.

Kurz gefragt

Seit 2001 ist Stephan Pauly Vorsitzender des Sinziger Kirchbauvereins. Der 47-jährige ist gelernter Kunsthistoriker und Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Rhein Mosel (VRM).

Herr Pauly, können Sie abschätzen, wie viel Geld der Kirchbauverein in das Sinziger Wahrzeichen investiert hat?
Stephan Pauly: Aus den Eigenmitteln des Vereins sind weit über 100 000 Euro geflossen. Bei der großen Renovierung haben wir damals viele Huntertausend Mark an Spenden generieren können.

Es heißt, wenn der Kölner Dom fertig ist, geht die Welt unter. Gilt dies auch für Sankt Peter?
Pauly: Die Arbeit des Kirchbauvereins wird niemals beendet sein. Deshalb nennen wir uns ja auch gerne den kleinen Dombauverein.

Was ist Ihre persönliche Motivation für diese Arbeit?
Pauly: Zum einem ist Sankt Peter das Wahrzeichen meiner Heimatstadt Sinzig. Ich bin dort getauft worden, zur Kommunion gegangen und auch gefirmt worden. Das schafft eben eine starke religiöse Bindung. Als Kunsthistoriker muss ich von der wissenschaftlichen Seite feststellen, dass unsere Kirche ein ganz herausragender romanischer Bau im Rheinland ist. Wohl der Bedeutendste außerhalb von Köln.