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SPD-Politiker Christoph Schmitt will Landrat im Kreis Ahrweiler werden

Dritter Bewerber : SPD-Politiker Christoph Schmitt will Landrat im Kreis Ahrweiler werden

Christoph Schmitt möchte Landrat des Kreises Ahrweiler werden. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion ist der dritte Bewerber. Zuvor hatten Horst Gies, der amtierende Erste Beigeordnete des Kreises, und Cornelia Weigand, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, ihre Kandidatur angekündigt.

Christoph Schmitt bewirbt sich als Landrat des Kreises Ahrweiler. Das teilte der 35-jährige Politiker aus Niederzissen am Freitag mit. Der bisherige Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion will nach eigenen Angaben als parteiübergreifender Kandidat bei der Landratswahl im Januar kandidieren.

„Ich will den Wiederaufbau des Kreises in den kommenden Jahren gestalten. Wir brauchen jetzt einen politischen Neuanfang. Dies kann nur gemeinsam gelingen, wenn alle konstruktiven Kräfte im Kreis gewonnen werden können. Daher trete ich als überparteilicher Kandidat an“, lässt Schmitt wissen.

Schmitt kritisiert „One-Man-Show“

Ausschlaggebend für diesen Schritt sei der wachsende Zuspruch aus anderen Parteien beziehungsweise Fraktionen, der Verwaltung und vor allem der Bürgerschaft im Landkreis, so Schmitt.

„Die großen Herausforderungen der kommenden Jahre können nur in einem Team gemeistert werden. Der Führungsstil in Kreisverwaltung und Kreispolitik muss moderner werden. Die bisherige One-Man-Show hilft uns sicher nicht. Vielmehr müssen alle Kompetenzen unseres Kreises genutzt und geschätzt werden“, teilte Schmitt mit. Er kündigte zudem an, dass die Stelle der Ersten Kreisbeigeordneten beziehungsweise des Ersten Kreisbeigeordneten hauptamtlich besetzt werden sollte. Zudem soll die Rolle der ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten gestärkt werden.

Vorbild Bad Neuenahr-Ahrweiler

Für einen erfolgreichen Wiederaufbau des Ahrtals sei eine leistungsfähige Kreisverwaltung von großer Bedeutung. Zudem müsste der Kreis stärker koordinieren und Entscheidungen vorantreiben. Hier sieht Schmitt nach eigenen Angaben aktuell Defizite: „Während zum Beispiel die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bereits Strukturen schafft, ist der Landkreis hier zu zögerlich. Ich vermisse den Mut, auch die notwendigen Entscheidungen zu treffen, wenn diese nicht bei jedem beliebt sind.“

Neben der Bewältigung der Flutkatastrophe sieht Schmitt die Hauptaufgabe des künftigen Landrates darin, den gesamten Kreis Ahrweiler für die Zukunft familienfreundlich, nachhaltig und wirtschaftlich starkzumachen.

Seit 2017 Chef der SPD-Kreistagsfraktion

Schmitt ist verheiratet und arbeitet als Diplom-Finanzwirt (FH) beim Bundeszentralamt für Steuern in Bonn. Seit 2009 ist er Mitglied des Kreistags Ahrweiler und seit 2017 Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.

Der 35-Jährige ist der dritte Bewerber für die Landratswahl. Zuvor hatten Horst Gies (CDU), der amtierende Erste Beigeordnete des Kreises, und Cornelia Weigand (parteilos), Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, ihre Kandidatur angekündigt. Die SPD in der Verbandsgemeinde Altenahr hat zuletzt die Kandidatur Weigands kritisiert und ihr vorgeworfen, „einen Schwerpunkt auf die Öffentlichkeitsarbeit“ zu legen, während ihre Verbandsgemeindeverwaltung selbst „in einem schwierigen personellen und organisatorischen Zustand ist“.

(ga)