Bad Neuenahr: SPD wehrt sich gegen Häuserabriss

Bad Neuenahr : SPD wehrt sich gegen Häuserabriss

Die SPD der Kreisstadt ist mit dem bevorstehenden Abriss der beiden Gründerzeithäuser in der Bad Neuenahrer Innenstadt nicht einverstanden. "Soll das die Zukunft von Bad Neuenahr sein?" fragt die SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Elisabeth Graff.

Zunehmend würden Häuser im Zentrum der Kreisstadt abgerissen, die das historische Gesicht der Stadt prägten. Ersetzt würden die Häuser durch Neubauten, die in aller Regel mindestens zwei Geschosse höher seien und über weitaus mehr Wohneinheiten verfügen würden, als das zum Abriss anstehende Gebäudeensemble. "Das ist Gewinn machen auf Teufel komm raus", so Graff. Sie bezweifele nicht, dass die Gründerzeithäuser marode und sanierungsbedürftig seien.

"Ich bezweifele aber, dass die vorgestellte Planung die einzige sich bietende Lösung ist. Man darf nicht vergessen, dass das historisch gewachsene unverwechselbare Gesicht einer Stadt zur Attraktivitätssteigerung beiträgt", erklärte die Sozialdemokratin. Woanders gebe es klare Vorschriften zum Erhalt von Fassaden. Weiter fragt die SPD-Fraktionsvorsitzende: "Wie stellt man sich in Bad Neuenahr die Bevölkerungsstruktur vor, wenn der ungute Trend zur Luxussanierung anhält? Monokulturen welcher Art auch immer sind von Übel."

Graff fordert einen "gesunden Mix aus Raum, Arbeit und Angebot für alle, so unterschiedlich sie auch sein mögen". Soll heißen: Bad Neuenahr dürfe nicht die Stadt der Reichen sein, in der weniger gut betuchte Bürger keine Chance mehr auf Wohnraum hätten. In Berlin beispielsweise gebe es das "Verbot der Luxussanierung". Es ziele darauf ab, Wohnraum bezahlbar zu halten. Die SPD appelliere an Grundbesitzer, Investoren und Politiker: "Lassen Sie diese Stadt nicht zu einer x-beliebigen verkommen. Tragen Sie dazu bei, das historische Bild zu erhalten."

Bad Neuenahrs Bürgermeister Guido Orthen (CDU) erklärte gestern auf Anfrage des General-Anzeigers, dass das Abriss- und Neubauvorhaben Gegenstand der Beratungen im Stadtrat gewesen sein. Im Oktober habe man darüber diskutiert und abgestimmt. Mit den Stimmen der SPD sei über die nun von Graff beanstandete Maßnahme entschieden worden.