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Tourismus: Ausflugsschiffe in Bad Breisig am Rhein

Tourismus am Rhein : In Bad Breisig sollen wieder regelmäßig Ausflugsschiffe anlegen

Nach dem Rückzug eines großen Betreibers von Ausflugsschiffen legen in Bad Breisig momentan nur gelegentlich Boote an. Schon im nächsten Frühjahr könnte sich das ändern.

Seit Jahren bemühen sich die Touristiker in Bad Breisig darum, die Stadt am Rhein wieder zum regelmäßigen Anlaufpunkt für Ausflugsschiffe werden zu lassen. Seit dem Rückzug der Köln-Düsseldorfer Schifffahrtgesellschaft vor fünf Jahren legen nur noch hin und wieder kleinere Boote an den Stegen an der Bad Breisiger Rheinpromenade an. Das soll nun anders werden.

In der Hauptsaison gibt es zwar an einigen Tagen Schifffahrten in Richtung Mosel und Oberen Mittelrhein, das Angebot ist jedoch dünn und auf die Monate Juli und August begrenzt. Gemeinsam mit den Nachbarkommunen Bad Hönningen und Andernach wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Gespräche mit den Schifffahrtsunternehmen zwischen Bonn und Koblenz geführt, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen. „Letztendlich waren diese Gespräche aber nicht von Erfolg gekrönt. Die Unternehmen argumentierten damit, diesen Bereich wirtschaftlich nicht betreiben zu können“, so Bad Breisigs Tourismus-Chef Holger Klemm.

Dies führte dazu, dass sich der Verbund der Kommunen im nördlichen Mittelrheintal innerhalb des Förderprogrammzusammenschlusses „Starke Kommunen, starkes Land“ (SKSL) diesem Thema annahm. Es wurde eine Machbarkeitsstudie zur Schifffahrt in Auftrag gegeben, die nun ergab, dass der Rheinteilraum Linz-Bad Hönningen-Bad Breisig-Andernach für einen Ausflugsverkehr empfohlen wird. Auf dieser Basis soll ein konkreter Business-Plan erstellt werden.

Zwei Jahre Modellbetrieb angedacht

Angedacht ist derzeit ein Modellbetrieb, der sich zunächst auf zwei Jahre erstrecken soll. „Die Pilotphase soll dazu dienen, Erfahrungen und Erkenntnisse zu gewinnen, die langfristig einen eigenwirtschaftlichen Betrieb der Schifffahrt in diesem Bereich ermöglichen“, erklärte Klemm. Der Modellansatz geht von einem Dienstleistungsvertrag mit einem privaten Anbieter aus, bei dem das Betriebskostenrisiko voraussichtlich von der öffentlichen Hand getragen werden soll.

Unter der Voraussetzung einer Förderung beabsichtigen die vier beteiligten Kommunen die Bereitstellung von Geldern in ihren jeweiligen Haushalten. Dies bereits für 2022. Sollte es zu einer Förderung durch das Land kommen und die Gremien aller vier Rheinanlieger-Kommunen dem Projekt zustimmen, dann könnten ab dem kommenden Frühjahr die ersten Ausflugsdampfer auf Tour gehen. In Bad Breisig rechnet man mit einem Eigenanteil von 20 000 Euro pro Jahr.

Zwischen den Bürgermeistern der vier Ausflugsorte wurde inzwischen besprochen, das Projekt nicht nur unter touristischen Aspekten, sondern auch unter dem Aspekt der Alltagstauglichkeit für den Pendlerverkehr zu betrachten. Klemm: „Zum aktuellen Zeitpunkt laufen interne Projektabstimmungen zwischen den beteiligten Kommunen hinsichtlich der Federführung, der Kosten und der konkreten Umsetzung.“

In der nächsten Sitzung des Bad Breisiger Tourismusausschusses soll das Gremium grünes Licht für das Vorhaben geben, von dem nicht nur die Gastronomen an der Rheinpromenade profitieren würden, sondern auch alle, die von Bad Breisig aus gerne eine kleine Schiffstour unternehmen möchten.