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Sport- und Freizeitbad: „Twin“-Hallenbad in Bad Neuenahr wird teurer als geplant

Sport- und Freizeitbad : „Twin“-Hallenbad in Bad Neuenahr wird teurer als geplant

Erst sollte es 12,7 Millionen Euro kosten, jetzt 17 Millionen. Die Baukosten für das neue „Twin“-Hallenbad in Bad Neuenahr steigen weiter an.

Berlin will für den Neubau eines Hallenbades am Bad Neuenahrer Twin Nägel mit Köpfen. Oder, wie Bürgermeister Guido Orthen es am Montag im Haupt- und Finanzausschuss formulierte: „Für eine Förderung durch den Bund brauchen wir einen Ratsbeschluss, der deutlich macht, dass wir bauen wollen.“ Dabei geht es um 3,1 Millionen Euro, die der Bund als Förderung in Aussicht gestellt hat.

Der Ratsbeschluss zur „Umsetzung der Maßnahme“ soll kommenden Montag folgen. Ein folgenreicher Beschluss, denn eines ist der Stadt klar. Die Baukosten gehen nach oben. Diese steigen im Schnitt um vier Prozent pro Jahr, was für die bisher veranschlagten Gesamtkosten von 13,47 Millionen Euro für die Jahre 2019 bis 2022 rund 1,6 Millionen Euro ausmacht.

Hinzu kommen 1,2 Millionen Euro für den Rückbau, eine halbe Million für Außenanlagen und 200.000 Euro Umsatzsteuer sodass ein neues Twin auf rund 17 Millionen Euro käme.

Grundstücke sollen verkauft werden

Geld, das die Stadt auftreiben will und muss. Dies soll über bereits getätigte und noch geplante Grundstücksverkäufe geschehen, die sich auf rund 8,5 Millionen Euro summieren. Der Kreis Ahrweiler ist mit 1,1 Millionen Euro im Boot, die Grafschaft mit 1,2 Millionen und die Verbandsgemeinde Altenahr mit 50.000 Euro. Das macht in der Summe mit den 3,1 Millionen vom Bund knapp 14 Millionen Euro.

Fehlen also noch drei Millionen Euro. Wobei eine „politische Entscheidung“ des Rates eine weitere knappe Million bringen könnte. Denn wenn, so der Vorschlag der Verwaltung, das Hallenbad, anders als ursprünglich vorgesehen, schon zum Mai 2021 geschlossen würde, würde eben jene knappe Million an Betriebskosten eingespart. Eine Vorgehensweise, die im Haupt- und Finanzausschuss quer durch die Fraktionen auf positive Resonanz stieß.

Zwei Millionen Euro Fehlbedarf stehen folglich noch im Raum. Und auch die Maßgabe, die im Rat mehrfach unterstrichen wurde, dass für ein neues Hallenbad keine neuen Schulden gemacht werden sollen. Hier soll eine Rechenaufgabe für das Rathaus helfen. Denn noch sind die Folgekosten, die ein neues Hallenbad mit sich bringt, nicht berechnet.

Da könnte noch Potenzial für die Finanzierung drinstecken. Auch deshalb machte Guido Orthen klar: „Vor einer Ausschreibung müssen diese Kosten feststehen.“ So lautetet denn auch der entsprechende Beschlussvorschlag an den Stadtrat. Auch will die Stadt noch einmal auf das Land hinsichtlich eines Zuschusses zugehen, obwohl dieses wegen der zu erwartenden Bundesmittel bereits einen Rückzieher gemacht hat.

Vorbereitungen könnten im Dezember beginnen

Orthens Fazit: „Trotz der Unsicherheiten ist nunmehr der Zeitpunkt gekommen, die konkrete Umsetzungsabsicht zu erklären.“ Das Projekt würde auch bei einer Freigabe unter „strengster Beachtung von Wirtschaftlichkeitsvorgaben fortgeführt“. Auch sei vorgesehen, in einem ersten Ausschreibungspaket schon so viele Gewerke auszuschreiben, das die Entwicklung der Gesamtkosten absehbar wäre.

Konkret bedeute das, dass nach der Freigabe der Maßnahmen die Vorbereitungen für den Neubau schon im Dezember beginnen können. Mit dem Rohbau könne dann voraussichtlich im Juni 2021 begonnen werden, mit dem Innenausbau im Februar 2022. An den Start gehen könnte das neue Hallenbad des Twin dann im Frühjahr 2023. Wobei der alte Bauarbeiterspruch gilt: „Wenn nichts dazwischen kommt.“