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Alternativen zu Martinszügen im Kreis Ahrweiler: Weckmänner als Trost für die Kinder

Alternativen zu Martinszügen im Kreis Ahrweiler : Weckmänner als Trost für die Kinder

In den Städten und Gemeinden des Kreises Ahrweiler werden für die Kinder kleine Alternativen zum Martinsfest angeboten. Man behilft sich mit Fackelprämierungen ohne Umzüge, selbst gebastelten Laternen in den Fenstern und Verteilung von Weckmännern.

Keine Lichterumzüge, keine Feuer oder brennende Schautafeln gibt es in diesem Jahr an Sankt Martin im Kreis Ahrweiler. Aber zu Ehren des beliebtesten Heiligen Europas und zur Freude der Kinder, die landauf landab gerne die frohen Martinslieder singen und beim Umzug mit ihren Laternen in die Dunkelheit leuchten, regt sich dennoch vielerorts und von vielen Seiten Kreativität.

So laden die Bistümer Aachen, Mainz, Limburg, Trier und das Erzbistum Köln dazu ein, sich ihrer Gemeinschaftsaktion zu Sankt Martin anzuschließen und an möglichst vielen Orten Lichter leuchten zu lassen. An Kinder und Familien richtet sich der Appell, jeden Abend um 18 Uhr bis 15. November Laternen ins Fenster zu stellen. Dazu heißt es: „Postet Fotos davon und von anderen Aktionen mit dem Hashtag #stmartin2020 in den sozialen Medien“. Auch regen die Bistümer an, wie Sankt Martin zu teilen, etwa mit einer Spende für Familien im Libanon.

Schon am Samstagabend hat die Ahrweiler Pfarrei Sankt Laurentius im Hofgarten des Klosters Calvarienberg eine Wort-Gottes-Feier für Familien ausgerichtet unter dem Motto „Teilen Sie Sankt Martin“. Die Kinder wurden dazu ermuntert, ihre Laternen mitzubringen.

In Sinzig wollen die Stadt und die Aktivgemeinschaft ein Zeichen setzen. Sie haben einen Teil ihres adventlichen Sinziger „Sternenzaubers“, der am 27. November startet, vorgezogen. Anlässlich des Martinsfestes soll die Baumbeleuchtung am Kreisverkehr unter der Mühlenbachstraße bereits ab dem 11. November die Augen von Jung und Alt strahlen lassen.

Die Internetplattform www.verbundenanderahr.de, eine Initiative des katholischen Dekanats Ahr-Eifel, reagiert auf die Absage festlicher Umzüge und Feuer mit Ideen und familientauglichen Aktionen. Unter dem Menüpunkt „mitmachen“ antwortet sie auf die Frage: Wer war eigentlich der heilige Martin?, liefert ein Weckmann-Rezept, gibt Infos, Tipps und Bastelanleitungen. „Das ist das Gute der Corona-Zeit, so man etwas Gutes zu finden bereit ist“, so Markus Hartmann aus dem Redaktionsteam der Dekanatsseite, „dass sie viel Kreativität fördern und dazu einladen, die Feste und Zeiten ganz bewusst zu gestalten!“

In Bad Neuenahr-Ahrweiler vereinbarten die Träger der Martinsbräuche mit Ortsvorstehern und Vertretern der Grundschulen und Kitas, alle öffentlichen Martinsveranstaltungen abzusagen. Dennoch sollte den Kindern der Sinn des Martinstages, „der Grundgedanke des Teilens und Helfens“ in Schulen und Kitas nähergebracht und jedem Kind dort ein einzeln verpackter Martinsweck übergeben werden. Aus dem Rathaus teilt Sprecher Sebastian Sonntag mit, dass über die Verteilung schon Rückmeldungen von Kindergärten eingingen. „Die meisten haben versucht, mit einem entsprechenden Programm etwas Normalität herzustellen.“ In Ramersbach hat der Ortsbeirat die Wecken schon verteilt.

Eva Etten, Leiterin des Ordnungsamtes Remagen, weiß für drei der Ortsteile zu berichten. In Rolandswerth hat sich der Martinsausschuss überlegt, jeweils zu zweit die Martinswecken an Haushalte mit Kindern zu verteilen. Der Fahrer ist als Sankt Martin verkleidet. In Oedingen will Ortsvorsteher Olaf Wulf mit einem Begleiter die Wecken zu den Familien bringen. Der Kindergarten Unkelbach wird die größere Halle des benachbarten Dorfgemeinschaftshauses nutzen, um das segensreiche Wirken des Heiligen anschaulich zu machen. Ein männlicher Erzieher tritt als Sankt Martin auf und das Martinsfeuer wird imitiert durch die versammelten Laternen. In Oberwinter hat die Arbeiterwohlfahrt um Andreas Johnsen 600 Euro für die Martinswecken für die Kitas gespendet.