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Chorprobe im Wiesental: Wie der Bachemer Männerchor mit der Corona-Pandemie umgeht

Chorprobe im Wiesental : Wie der Bachemer Männerchor mit der Corona-Pandemie umgeht

Corona macht den Gesangvereinen zu schaffen. Der Bachemer Männerchor macht vor, wie es mit dem Singen trotz Auflagen funktionieren kann.

Corona macht den Gesangvereinen zu schaffen. So ist als Beispielfall das Sängerheim des Männerchors Bachem unter den gebotenen Corona-Auflagen mit drei Metern Mindestabstand zu den Mitsängern für Chorproben zu klein. Aber noch länger wollten die Aktiven um den Vorsitzenden Heinz- Rudi Dresen und Chorleiter Hans- Albert Jahn nicht aufs gemeinsame Singen verzichten. Also ging es für sie in die vereinseigene Hütte und in den Wald an der Lourdeskapelle – zur Chorprobe mit Abstand.

In einer Zeit, in der die pandemiebedingten Vorgaben von Land und Chorverband andere Chöre vor nahezu unlösbare Probleme stellen, hatte der Vorstand zu einem ersten „Outdoor“-Info-Treffen auf dem Waldfestplatz gerufen und nahezu alle der derzeit mehr als 40 Sänger waren gekommen, um zu erfahren, wie sich Vorstand und Chorleiter die Zukunft des Chorgesangs vorstellen. Schließlich hatten sie ihre letzte „richtige“ Probe vor dem Lockdown Mitte März abgehalten.

Die Männer besannen sich auf den Waldfestplatz im Bachemer Wiesental mit ausreichend Platz, um wenigstens Registerproben abzuhalten. So agierten die Tenöre wieder gemeinsam in der Hütte, die Bässe draußen davor.

Und ebenfalls unter freiem Himmel erklangen die vier Chorstimmen erstmals nach Monaten wieder zusammen. Auch wenn wegen privater und gesundheitlicher Gründe am ersten Tag noch nicht alle Sänger erscheinen konnten und aus dem „ersten Tenor“ nur vier Sänger und aus dem „zweiten Tenor“ nur sechs Sänger anwesend waren.

Gesungen wurde indes noch kein komplettes Lied. Vielmehr dienten Atem- und Lockerungsübungen und abschnitts- und taktweises Einüben dazu, wieder in „seine“ Stimme hineinzufinden. Nach einer halben Stunde war laut Corona-Vorschrift eine Pause von mindestens 15 Minuten zum Lüften des Probenraums angesagt. „Da ist man gerade drin und schon muss man wieder aufhören. Das ist im Grunde zu kurz, aber wenn man gar nichts macht, besteht die Gefahr, dass alles auseinanderläuft. Mir geht es um den Zusammenhalt“, stellte Jahn fest. Obwohl es dann wieder möglich gewesen wäre, entschied der Chorleiter, die Bässe nicht in der Hütte, sondern im Freien proben zu lassen, weil man wegen des vorgeschriebenen Abstands auch im Probenraum seinen unmittelbaren Nachbarn kaum oder gar nicht höre und es somit kaum einen Unterschied mache, ob man draußen oder drinnen probe.

Verein hat einen Hygienebeauftragten

Bei einer kurzen „Gesamt“-Chorprobe im Freien wies der eigens ernannte Hygiene-Beauftragte Jürgen Thielke jedem Sänger seinen Platz zu, und der Chorleiter schloss sein Keyboard am Stromkasten an. Als vier Lieder kurz angesungen wurden, blieben einige Spaziergänger, die am Vereinsgelände vorbeikamen, stehen und lauschten. Bei entsprechenden Witterungsbedingungen will der Chor in nächster Zeit die Probe des Gesamtchors draußen bevorzugen. Bei schlechtem Wetter wird in der Hütte gesungen, dann allerdings nur als Registerprobe.

Die erste musikalische Zusammenkunft nach der Corona-Pause hat nach Angaben des Männerchors gezeigt, dass ein Proben mit akzeptablen Abstrichen möglich ist. Im Vergleich zu herkömmlichen Proben fehle jedoch die stimmliche Geschlossenheit.