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Aktion Weihnachtslicht: Die älteste Flasche ist von 1921

Aktion Weihnachtslicht: Die älteste Flasche ist von 1921

Familie Güttes aus Oberwinter sammelt Wein aus vergangenen Tagen - Verkauf für das "Weihnachtslicht"

Oberwinter. Wenn bei Hildegard und Karl-Heinz Güttes das Thema Wein zur Sprache kommt, dann leuchten die Augen der Beiden. Und das hat gleich mehrere Gründe. Denn zum einen war das Ehepaar gut 45 Jahre beruflich mit Wein verbunden, zum anderen soll die private Weinsammlung aufgelöst werden.

Ein Viertel des Erlöses geht dabei als Spende an die "Aktion Weihnachtslicht" des General-Anzeigers. Angefangen hat eigentlich alles mit einigen Bögen seltener Briefmarken. Denn diese kaufte Karl-Heinz Güttes Anfang der 1950er Jahre, veräußerte diese später dann gewinnbringend und legte auf Geheiß eines Freundes des Opas, das Geld in 100 Flaschen "Deutschen Spezialwein", Jahrgang 1959, einem Jahrhundertjahrgang, an.

Die 100 Flaschen wiederum waren schnell an Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen verkauft, so dass die ersten Bestellungen bei Karl-Heinz Güttes nach anderen Weinen eingingen. Der Umfang solcher Aufträge nahm immer weiter zu, so dass im Jahre 1962 eine Isetta angeschafft werden musste, um die Kartons zu transportieren. 1963 wurde die eigene Weingroßhandlung angemeldet.

Verkauft wurden die zumeist deutschen Weine aus Rhein-Hessen, von der Mosel oder aus der Pfalz von 1963 bis 1992 zunächst in Rolandseck, mit dem Erwerb des Hauses am Hahnsberg dann bis zum Jahr 2006 in Oberwinter. "Bei den Besuchen bei den Winzern haben wir auch den einen oder anderen Karton für den eigenen Verzehr mitgenommen.

Nicht selten wurden wir, zumindest als die Zeiten noch ein bisschen besser waren, als treue Händler mit einer Extraflasche bedacht", erinnert sich der 67-Jährige. Als der Entschluss zur Auflösung der privaten Sammlung dann gefallen war, machte sich die gelernte Buchhalterin Hildegard Güttes daran, die Weine zu sichten und zu katalogisieren.

"Zunächst waren wir von etwa 1 500 Flaschen ausgegangen. Als die Arbeit dann aber kein Ende nehmen wollte, kamen uns dann doch leichte Zweifel an der Schätzung", erinnert sich die 61-Jährige, die letztlich weit mehr als 4 000 Flaschen im Computer erfasst, nach Jahrgängen sortiert und sorgfältig aufgelistet hat. Die älteste Flasche, ein Dienheimer Gumben, stammt aus dem Jahr 1921.

Nahezu aus jedem Jahrgang finden sich einzelne Flaschen, manchmal auch größere Posten in dem großen Weinkeller. Einzig die ersten Nachkriegsjahrgänge sind nicht mehr vorhanden. "Entweder wurde gar kein Wein produziert, oder wenn doch, dann wurden die Flaschen gegen Lebensmittel eingetauscht", weiß Hildegard Güttes zu berichten.

Die Liste der Anlässe, zu denen ein Wein aus dem passenden Jahrgang geschenkt werden kann ist nahezu unendlich. Sei es das Geburts- oder Hochzeitsjahr, der Jahrgang der Firmengründung, der bestandenen Meisterprüfung oder auch einfach nur die Freude am Genuss alter und edler Tropfen. Denn eines ist gewiss: Bei Karl-Heinz Güttes sind ausschließlich Qualitätsweine mit Prädikat oder Auszeichnung in den Keller gewandert.

Verkauft werden die Weine am zweiten und vierten Adventwochenende 5. und 6. sowie 19. und 20. Dezember, jeweils in der Zeit von 9 bis 19 Uhr direkt aus dem Keller der Familie Güttes, Am Hahnsberg 37, in Oberwinter. Telefonische Auskünfte und Terminvereinbarung gibt es unter der Rufnummer (0 22 28) 91 15 37.