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An den Händen geht das Hobby nicht spurlos vorbei

An den Händen geht das Hobby nicht spurlos vorbei

Zum vierten Mal durchschreiten zahlreiche Besucher, darunter viele Stammgäste, die "Offene Gartenpforte" von Gabriele und Dieter Zeising in Vinxel - Deren Ziel ist die Inspiration ihrer begeisterten Gäste

Königswinter. Seit vier Jahren greift ein Virus von Vinxel aus um sich, meint Gabriele Zeising. "Ich glaube, dass wir schon viele mit dem Rosenbazillus angesteckt haben", vermutet die Gartenliebhaberin. Gemeinsam mit ihrem Mann Dieter öffnete sie am Samstag und Sonntag zum vierten Mal ihren Garten an der Straße "Im Herrengarten" für die Öffentlichkeit. Die Veranstaltung läuft unter dem Titel "Offene Gartenpforte". Am Wochenende besuchten mehrere hundert Gartenfreunde das Grundstück bei freiem Eintritt, auf dem unter anderem mehr als hundert Rosensorten blühen.

"Einige kommen seit vier Jahren zu uns, manche sogar an beiden Tagen, weil es ihnen hier so gefällt", erzählt Gabriele Zeising inmitten ihres blühenden Kunstwerks. Doch auch für die Stammgäste gibt es immer wieder Neues zu entdecken, in diesem Jahr ohnehin, hat das Ehepaar den Vorgarten doch komplett neu gestaltet.

Dort wachsen unter anderem mehrere kleine Buchsbäume - Gabriele Zeisings neue Lieblinge. Für deren Gestaltung mit der Gartenschere ist aber ihr Ehemann zuständig, "der die Rundungen viel besser hinbekommt als ich". Ohnehin sei eine solche Gartenleidenschaft nur in Teamarbeit auszuleben, fügt sie hinzu.

So entstand auch der neue Vorgarten zunächst im Kopf der Gartenliebhaberin. Dann entwarf Dieter Zeising danach einen Plan am PC, den letztlich beide gemeinsam in die Tat umsetzten. "Tag und Nacht" haben sie zuletzt gearbeitet, "weil man bis April ja gar nichts machen konnte", berichtet sie und zeigt ihre Hände, an denen mancher Rosendorn Kratzer hinterlassen hat.

Die Strapazen haben sich jedoch gelohnt, und das Ergebnis bereitet nicht nur dem Ehepaar Freude. Ständig umrundeten am Wochenende neue Besucher das Haus der Zeisings. Alle paar Minuten beantwortet die Blumenexpertin Fragen nach Pflanzensorten und gibt direkt die passenden Pflege- und Einkaufstipps. Die veröffentlicht sie mittlerweile sogar auf der Internetseite von Europas größter Gartenzeitschrift "Mein schöner Garten".

"Ich bin schon ein wenig stolz auf das, was wir hier erreicht haben, zumal ich keine gärtnerische Ausbildung habe", sagt die Autodidaktin. Ihr eigentliches Anliegen, das sie mit der "Offenen Gartenpforte" verfolgt, geht aber weiter als die Eigenpräsentation: "Wir möchten, dass sich die Besucher inspirieren lassen, denn jeder kann aus seinem Garten ein kleines Paradies schaffen". Sie hat den Eindruck, dass viele Königswinterer mehr aus ihren Gärten machen könnten, "dies möglicherweise aber nicht tun, weil es hier durch das Naturschutzgebiet sowieso überall so schön grünt".

Für Hermann F. Sack, den Vorstandsvorsitzenden der Lokalen Agenda 21 Königswinter, stellen die Zeisings, die sich auch in der Agendagruppe "Lebensraum Garten & Grün" engagieren, ein echtes Vorbild dar. Auch am Rande ihres Grundstücks hat das Ehepaar den Hang zur Straße mit prächtigen Rosen bepflanzt. "Da wird nicht gleich nach der Stadt gerufen, sondern auch über das eigene Grundstück hinaus ein schöner Bereich geschaffen", lobte Sack bei seinem Besuch am Samstag.

Der "Rosencatwalk", wie Gabriele Zeising diesen sehenswerten Hang nennt, hat aber auch einen anderen angenehmen Nebeneffekt: "Hier braucht man keine Verkehrsberuhigung, denn an dem Hang fahren viele sowieso nur mit 15 Stundenkilometern vorbei, um den Anblick zu genießen".

Wer diesen Anblick bislang noch nicht kennt, kann sich auch im Internet ein Bild davon machen: www.rosentreff.de