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An Rhein, Sieg und Agger wird es wärmer

An Rhein, Sieg und Agger wird es wärmer

Der Klimawandel ist auch in der Region angekommen. 2011 war eines der wärmsten Jahre in der Region überhaupt. Das geht zumindest aus den Messungen hervor, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst durchgeführt hat.

So wurde in den vergangenen zwölf Monaten an der Wetterstation des Flughafens Köln/Bonn mit 11,3 Grad Celsius der höchste Jahresmittelwert seit 1957 gemessen - dem Beginn der Wetteraufzeichnungen am Airport.

An der vor zwei Jahren in Betrieb genommenen Messstelle an der Siegburger Feuerwache wurde 2011 sogar eine Durchschnittstemperatur von 11,9 Grad gemessen.

Und auch das neue Jahr hat ungewöhnlich warm begonnen. Die Siegburger Messwarte meldet für den Januar eine Durchschnittstemperatur von 6,1 Grad, im Januar 2011 waren es noch 4,3 Grad. "Die steigenden Temperaturen sind ein deutlicher Hinweis auf den Klimawandel", sagt Guido Halbig, Klimaforscher beim Deutschen Wetterdienst.

Seit 1908 ist die durchschnittliche Jahrestemperatur in Nordrhein-Westfalen um 1,1 Grad angestiegen. Lag die Durchschnittstemperatur am Airport in den 60er Jahren noch bei 9,6 Grad, waren es im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts bereits bei 10,6 Grad.

Die Auswirkungen lassen sich auch in der Region an Rhein, Sieg und Agger ganz konkret ablesen: Die Sommer werden wärmer und trockener und die Winter kälter und feuchter. Die Blüte von Apfel, Haselnuss und Holunder beginnt um bis zu zehn Tage früher.

War es in der Vergangenheit eher der saure Regen, der dem Wald zusetzte, halten die Förster nun den Klimawandel für die Hauptursache von Schäden. "Auch der Staatswald im Rhein-Sieg-Kreis bleibt von diesen Entwicklungen nicht verschont", erklärt Uwe Schölmerich, Leiter des Regionalforstamtes.

Wie Fachgebietsleiter Ralf Langer vom Forstamt in Eitorf bestätigt, war es zuletzt besonders die Trockenheit im Herbst, die den Bäumen massiv zusetzt. Die Bäume gerieten unter Stress, wenn sie extremen Klimaschwankungen ausgesetzt seien und reagierten mit starker Fruchtbildung, wie Bucheckern, Eicheln oder Zapfen. Die Abwehrkräfte würden aber dadurch geschwächt; die Bäume werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.

Für Horst Baier, Leiter des Forstreviers in Lohmar, gerät vor allem der Brotbaum der Waldbauern, die schnellwachsende Fichte, durch den Klimawandel immer stärker "unter Druck". Daher sollen vermehrt Douglasien, Buchen und Robinien gepflanzt werden.