Aschermittwochs-Tradition in Bornheim Geldbörsen-Auswaschen: Keine Penunzen mehr in den Kassen

Bornheim · Jeden Aschermittwoch treffen sich die Tollitäten der Stadt Bornheim mit der Verwaltungsspitze am Rhein, um die Portemonnaies auszuwaschen und eine Karnevalsbilanz zu ziehen.

Die Bornheimer Tollitäten waschen mit Bürgermeister Christoph Becker (M. mit Hut) die Geldbörsen und Geldkassetten im Rhein bei Hersel aus.

Die Bornheimer Tollitäten waschen mit Bürgermeister Christoph Becker (M. mit Hut) die Geldbörsen und Geldkassetten im Rhein bei Hersel aus.

Foto: Axel Vogel

Schwarze Kleidung, betretene Gesichter: langsam bewegt sich der Trauerzug unter den lauten Trommelschlägen von Martin Franzen Richtung Herseler Rheinufer. Die Bornheimer Tollitäten wuschen zum Abschluss der Karnevalssession an Aschermittwoch ihre Portemonnaies aus. Diese waren, wie nicht anders zu erwarten war, nach den sehr kurzen und intensiven tollen Tagen genauso leer wie die grüne Kassette von Bürgermeister Christoph Becker. Alles Geld war verprasst und futsch.

„Viel Freude gebracht“

Nun ist der Alltag wieder da. Als äußeres Zeichen übergaben die Mertener Tollitäten Frank II. (Meurer) und Claudia I. (Packeisen) im Namen ihrer „Amtskollegen“ den Stadtschlüssel der Stadt zurück. „Im kommenden Jahr werden wir das Rathaus nicht übergeben. Dafür haben wir schon zehn Leute eingestellt“, gab sich Becker jetzt schon einmal siegessicher. Er dankte den Dorfgemeinschaften, Karnevalsvereinen und vor allem den närrischen Regenten, zu denen auch Prinzessin Renate I. (Rickers/Hemmerich-Rösberg), Kinderprinzessin Finja I. (Flohr/Waldorf), Prinzessin Maja I. (Wersuhn/Roisdorf) und das Prinzenpaar der Bonner Werkstätten Maik I. (Homann) und Elke II. (Röttgen) gehören, für ihren Einsatz. Und auch dafür, dass sie den „Menschen in den Ortschaften viel Freude gebracht haben“. Freude und Spaß hatten auch die Prinzen und Prinzessinnen, die sich darin einig waren, dass der Höhepunkt der gesamten Session der Karnevalszug war. „Das Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem Gefolge und den Vereinen war toll. Die Freude der Menschen am Straßenrand vergisst man nicht“, bilanzierte Renate Rickers. Für Frank Meurer glich die Fahrt durch die Straßen einem unvergesslichen Triumphzug. Auch das schlechte Wetter an Weiberfastnacht tat der Freude keinen Abbruch. „Man war gut drauf. Der Regen war egal. Die Sonne war im Herzen“, sagte Roisdorfs nunmehrige Ex- Tollität Maja Wersuhn.

Ausgesprochen positiv fiel die Karnevalsbilanz auch aus Sicht der Stadt aus, wie Becker im Herseler Restaurant Kaiser Garden deutlich machte. Laut ihm waren die Besucherzahlen im Straßenkarneval in den einzelnen Ortschaften hoch. Eine Ausnahme bildete der Weiberfastnachtszug in Roisdorf, der wegen des Regens nur insgesamt 4500 Besucher und damit weniger Jecken anlockte als in den Vorjahren.

Das Glasverbot hat sich bewährt

Erfreulich war laut Becker, dass in den Partyzonen ausgelassen, aber friedlich gefeiert worden ist. Bei allen zehn Karnevalszügen hätte es weniger als zehn Platzverweise, zwei davon in Kardorf, gegeben. Wie der Verwaltungschef berichtet habe der Einsatz von 45 Mitarbeitern des Ordnungsamtes und die präventive Jugendarbeit der Stadt Wirkung gezeigt. Denn nur sehr wenige Jugendliche mussten durch die Sanitätsdienste und Unfallhilfestellen des Malteser Hilfsdienstes und des Deutschen Roten Kreuzes behandelt oder, wie ein stark alkoholisierter Jugendlicher in Roisdorf, in die Obhut der Erziehungsberechtigten übergeben werden. Laut Becker gab es in diesem Jahr keine Schnittverletzungen. Aus Sicht der Stadt haben damit die ausgewiesenen Glasverbotszonen in Roisdorf, Sechtem, Waldorf, Kardorf und Bornheim-City Wirkung bewiesen. Dazu Becker: „Die Glasverbotszonen erfahren bei den Feiernden eine hohe Akzeptanz. Es musste nur wenig Glas eingesammelt werden, das zu den Zügen mitgebracht wurde“. Zufrieden zeigte sich die Stadt auch mit den Zugteilnehmern, die „mit dem Wurfmaterial sehr verantwortungsvoll umgegangen sind“.

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