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Brief mit "Geständnis" aufgetaucht

Brief mit "Geständnis" aufgetaucht

Kölner Zeitung liegt Schreiben des mutmaßlichen Dreifachmörders von Overath vor

Köln. (dpa) Rund eine Woche nach der Festnahme des mutmaßlichen Dreifachmörders von Overath ist bei einer Kölner Zeitung ein Brief unter dem Namen des Inhaftierten aufgetaucht. In dem vierseitigen handschriftlich verfassten Papier räumt der Schreiber die drei Morde an dem Overather Rechtsanwalt sowie dessen Ehefrau und Tochter ein.

Die Kölner Staatsanwaltschaft wertet das Schreiben aber nicht als Geständnis. Dazu müsse sich der inhaftierte 45-jährige Verdächtige vor den Ermittlern äußern, sagte Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt am Mittwoch in Köln. Der Brief war an die Redaktion des "Kölner Stadt-Anzeigers" gegangen. Die Zeitung wollte keine Angaben dazu machen, wie oder wann das Schreiben in die Redaktion des Blattes gekommen war.

Bislang hatte sich der 45-Jährige zu den Vorwürfen nicht geäußert ( der GA berichtete). Er war nach der Veröffentlichung eines Phantombildes am Dienstag vergangener Woche in der Nähe von Aachen zusammen mit einer 19- Jährigen festgenommen worden. Die Freundin des Mannes, die bei der Tat dabei gewesen sein will, hatte dagegen in ihren Vernehmungen ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem gemeinschaftlichen Mord in drei Fällen aus.

In dem Brief, der mit dem Titel "Denkschrift - Offener Brief - Artikel" überschrieben ist, werden die Opfer verunglimpft und die Taten als politisches Kampfmittel bezeichnet. Der getötete Anwalt hatte in den 90er Jahren Mietrückstände des Ex-Söldners, der nach Medienberichten rechtsextrem ist, eingetrieben.

"Wenn er signalisiert, er will sich vernehmen lassen - oder gar ein Geständnis ablegen - wird das sicher geschehen", sagte Oberstaatsanwältin Appenrodt. Sie betonte, bislang sei unklar wie das Schreiben aus der Justizvollzugsanstalt heraus gekommen sein könnte. "Er kann es natürlich mit der Post an seinen Verteidiger geschickt haben". Der Anwalt des Ex-Söldners, Uwe Krechel, sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", sein Mandat habe ihm erklärt, dass er aus rein "politischen Beweggründen" gehandelt habe.

Er soll vor rund zwei Wochen in Overath einen Anwalt (61), dessen Frau (53) und die älteste Tochter (26) mit einem Schrotgewehr erschossen haben.