Bürger sollen Parksünder künftig melden

Bonner Ordnungsamt verhängt höhere Bußgelder für Parken auf Grünflächen - Auch Reparaturkosten müssen übernommen werden - 2 663 Fälle im vergangenen Jahr

  3 500 Euro Schaden  richteten Autos auf der Wiese vor dem Rathaus Hardtberg in Duisdorf an.

3 500 Euro Schaden richteten Autos auf der Wiese vor dem Rathaus Hardtberg in Duisdorf an.

Foto: Frommann

Bonn. Fünf Prozent des Bonner Stadtgebietes sind öffentliche Grünflächen. Parks, Wiesen, kleine Grünanlagen und Randbepflanzungen. Umgerechnet 24 Quadratmeter pro Einwohner. So groß wie ein kleines Wohnzimmer. Eine erfreuliche Zahl, könnte man meinen. Doch Hans Jürgen Hartmann, Vize-Chef im Ordnungsamt, hat sie aus einem weniger schönen Grund ausgerechnet.

Denn obwohl es genügend öffentliche Parkflächen gibt, werden die Grünflächen zunehmend als Parkplatz missbraucht. 2 663 Fälle zählte das Ordnungsamt allein im vergangenen Jahr. Grund genug für Hartmann und seinen Kollegen Michael Geub, auf das Problem aufmerksam zu machen. Zudem drohen Parksündern ab sofort höhere Bußgelder.

Ortstermin Duisdorf: Die Wiese gegenüber dem Hardtberger Rathaus ist tief zerfurcht. Bei dem Regenwetter der letzten Tage reichten schon schmale Reifen, um unübersehbare Schäden anzurichten. Bürger haben daraufhin bei der Stadt angerufen, um die Schäden anzuzeigen. Autos seien über die Wiese gefahren, so die Meldung.

Dazu kam die Duisdorfer Mai-Kirmes und rangierende Lastwagen der Schausteller. Die Wiese erinnert heute mehr an ein Schlachtfeld als an einen kleinen Park. Hartmann hat ein weiteres Beispiel im Stadtgebiet: "Besonders an Flohmarkt-Tagen in der Rheinaue wird rücksichtslos in den Grünflächen geparkt." Das soll sich nun ändern.

Der neue Bußgeldkatalog sieht deshalb teilweise empfindlichere Strafen für wilde Parker vor. Nach wie vor 25 Euro kostet das Parken in einer öffentlichen Anlage oder auf einem Grünstreifen. Teurer wird's für den, der sein Auto in oder am Rande einer objektiv als Park erkennbaren Grünanlage stehen lässt, die der Erholung der Bürger oder der Zierde des Stadtbildes dient: 35 Euro blühen dem Übeltäter.

Jeweils weitere fünf Euro kommen hinzu, wenn die Grünanlage nur durch Überfahren eines Gehweges erreichbar ist. Sollte die öffentliche Anlage auch noch beschädigt werden, drohen Bußgelder ab 50 Euro aufwärts. Die Kosten für die Wiederherstellung der Anlage durch den Servicebetrieb Stadtgrün kommen dann später hinzu. Im Duisdorfer Fall sind das rund 3 500 Euro.

Weil die Stadt nicht hinter jedem Baum einen Ordnungshüter verstecken könne, appelliert Hartmann an die Bürger, ein wachsames Auge zu haben. Parksünder sollten mit Kennzeichen, Uhrzeit und - wenn möglich - Namen beim Ordnungsamt angezeigt werden. Schließlich sei das wilde Parken auch unter Umweltgesichtspunkten problematisch - etwa bei aus den Autos auslaufendem Öl.