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Bürgerantrag: Buschhovener fordern Tempo 30

Bürgerantrag : Buschhovener fordern Tempo 30

Mit einem Bürgerantrag haben fast 150 Bürger aus Buschhoven und Umgebung den Rat der Gemeinde Swisttal gebeten, sich für eine Verkehrsberuhigung auf dem Karl-Kaufmann-Weg (L 493) einzusetzen.

Aus Sicht der Anwohner hat sich in den vergangenen Jahren das Verkehrsaufkommen und insbesondere der Schwerlastverkehr dort so stark erhöht, dass Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und -sicherheit unumgänglich seien.

Als Mitbetroffene unterstützen Anwohner der einmündenden Straßen Am Fienacker, Katharinenstraße, Gropperstraße, Am Backhaus, Kurfürstenstraße, Alte Poststraße und Auf dem Rasselberg die "Anwohnergemeinschaft Karl-Kaufmann-Weg".

"Im Karl-Kaufmann-Weg wird inzwischen viel zu schnell gefahren, obwohl dort überwiegend Wohnbebauung vorherrscht und eine gut frequentierte Eisdiele liegt, die insbesondere von Kindern und Familien besucht wird", sagt Axel Mörer-Funk, mit Ferdinand Ersch, Wolfgang Tilgner und Guido Weck einer der vier Initiatoren des Bürgerantrages.

Tilgner sieht insbesondere seit Einführung der Lkw-Maut eine Verschlimmerung des Schwerlastverkehrs durch Laster, die die Autobahn-Mautgebühren sparen wollten.

Die Unterzeichner fordern, dass sich die Gemeinde bei den zuständigen Behörden und Baulastträgern einsetzt für: Tempo 30 im Karl-Kaufmann-Weg innerhalb von Buschhoven, Beschränkung des Schwerlastverkehrs auf 7,5 Tonnen, Verlangsamung des Verkehrs durch Einbau etwa von Ausbuchtungen, Verkehrsinseln und Parktaschen, dauerhafte Installierung eines "Blitzers", Verwendung von Flüsterasphalt bei Neuasphaltierung nach Abschluss der derzeit laufenden Kanalbauarbeiten, Verwendung von Einroll-Kanaldeckeln und stärkeren Schutz der Gehwege vor Überfahren durch Pkw und Lkw.

Bernd Aulmann, Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW Niederlassung Euskirchen, sagte auf Anfrage, dass Einroll-Kanaldeckel zur Geräuschminderung vor zwei Jahren im Karl-Kaufmann-Weg eingebaut worden seien.

Möglich sei ein gewisser Verschleiß, dafür sei aber die Kommune zuständig. Flüsterasphalt werde meist in überörtlichen Straßen eingebaut, wo schneller gefahren werde. Innerorts bringe dieser Belag keine nennenswerten Effekte.

Das sagt der Leiter des Straßenverkehrsamtes

Das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises will laut Leiter Dieter Siegberg gemeinsam mit den Anliegern und den Straßenbaulastträgern einen Ortstermin ansetzen, sobald der Bürgerantrag vorliegt. Dann könne über Verlangsamung des Verkehrs durch geeignete Maßnahmen wie Verkehrsinseln gesprochen werden.

Gleiches gelte für einen möglichen stärkeren Schutz der Gehwege. Ein klares "Nein" erteilt Siegberg jedoch der geforderten Beschränkung des Schwerlastverkehrs auf 7,5 Tonnen, weil Landesstraßen grundsätzlich überregionalen Verkehr aufnehmen müssten. Aus dem gleichem Grund komme eine Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer nur mit der Begründung einer besonderen Gefahrenlage in Betracht, und die sei im Karl-Kaufmann-Weg nicht gegeben.

"Auf keinen Fall" werde ein "Blitzer" installiert, dafür fehlten die gesetzlichen Voraussetzungen. Dazu müsste es eine Häufung von Unfällen geben, die auf Geschwindigkeitsüberschreitungen zurückzuführen seien. Das aber sei dort nicht der Fall.

Nach Daten, die vor der teilweisen Sperrung des Karl-Kaufmann-Weges zur Kanalsanierung erhoben wurden, fahren dort durchschnittlich 3500 Kraftfahrzeuge täglich, 125 davon Lkw. Siegberg: "Das ist für eine Landstraße ein optimaler Wert."