Veranstaltung in Wachtberg Das erwartet Besucher bei der Jubiläumskirmes in Fritzdorf

Wachtberg · Gleich zwei Jubiläen werden beim diesjährigen langen Kirmeswochenende vom 19. bis zum 22. April in Fritzdorf gefeiert. Was die Besucher dort erwartet.

 Fähnriche im Jahr 1986 bei der Kirmes in Fritzdorf.

Fähnriche im Jahr 1986 bei der Kirmes in Fritzdorf.

Foto: privat

Gleich zwei Jubiläen wollen beim diesjährigen langen Kirmeswochenende vom 19. bis zum 22. April in Fritzdorf gefeiert werden: Zum einen steht die 300-Jahr-Feier für die katholische Kirche Sankt Georg an. Der einschiffige verputzte Backsteinbau mit Chor und Westturm war am 23. April 1724, einem Sankt Georgstag, vom Steinfelder Abt Michael Kuell geweiht worden. Und zum anderen begeht der „Mailehen-Verein“ Fritzdorfer Junggesellen an den Kirmestagen sein 120-jähriges Jubiläum. Historische Versteigerungsprotokolle der Jungmänner zum Wonnemonat Mai soll es in Fritzdorf zwar schon zuvor gegeben haben. Aber 1904 wurden sie in Statuten festgelegt, worauf sich der 2006 ins verbindliche Register eingetragene Verein bis heute beruft.

Nun wird also gemeinsam mit einer viertägigen Kirmes im Wachtberger Ortsteil gefeiert. Die Junggesellen veranstalten ein buntes Programm mit großem Festzelt, Karussell und Krambuden an der Mehrzweckhalle. Am Freitag, 19. April, startet ab 20 Uhr im Festzelt die sogenannte „Mallorca-Party“. Am Samstag, 20. April, laden die Jungmänner ab 18 Uhr zum „Kölschen Abend“ mit der Bonner Brassband „Druckluft“ und der Kölner Kölschrockband „Miljö“ ein. Der Sonntag, 21. April, wird ab 9.30 Uhr mit dem festlichen Hochamt in der Jubiläumskirche St. Georg eingeläutet. Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff wird erwartet. Pfarrer Michael Maxeiner und die Fritzdorfer Chöre „Cäcilia“ und „Donum Dei“ gestalten den Gottesdienst. Anschließend geht es zur traditionellen Kranzniederlegung am Ehrenmal mit Bürgermeister Jörg Schmidt, Weihbischof Puff, Pfarrer Maxeiner, der Ortsvertretung und den Ortsvereinen.

Danach ist der große Festzug mit dem Maikönigspaar Till Schubert und Anna Beißel geplant, bei dem die Junggesellen mit den Dorf- und Gastvereinen durch den Ort ziehen. Im Festzelt wird es einen Frühschoppen und Möglichkeiten zum Mittagstisch geben. Und am Montag, 22. April, treffen sich die Feiernden ab 10 Uhr im Festzelt zum Frühschoppen und ab 18 Uhr dann zum abschließenden Verbrennen des „Zachaies“, dem im Rheinland traditionellen Brauch am Ende einer Kirmes.

 Aus der Vogelperspektive: die Kirche Sankt Georg in Fritzdorf.

Aus der Vogelperspektive: die Kirche Sankt Georg in Fritzdorf.

Foto: privat

Wolfgang Kündgen und Edith Anders erinnern anlässlich der Jubiläen in der aktuellen Ausgabe des „Fritzdorfer Blättche“ an die 200-Jahr-Feier der Kirche Sankt Georg im Jahr 1924. Aufwendig seien die Vorbereitungen gewesen, stehe in damals veröffentlichten Schilderungen. Seit 1923 war das Gotteshaus extra ausgemalt worden, die Sakristei erhielt einen Ausbau, der Friedhof im Umfeld eine „würdige Verfassung“. Alsdann hätten nicht die üblichen sich gegenseitig ausbremsenden Ausschüsse die Organisation übernommen, sondern „zwei Fräuleins – ohne Damen geht ja nun einmal nichts in der Welt“, hätten Zeitzeugen formuliert.

Viele zusätzliche elektrische Lampen hätten zum Fest das Kircheninnere zu einem „Schmuckkästchen“ erstrahlen lassen, so Kündgen und Anders. Der obligatorische Zug von „Fähndelschwenkern“ sei durch die Gassen gezogen. Und die Fritzdorfer „Jünglinge“ hätte sich mächtig in Unkosten gestürzt und eine bengalische Beleuchtung mit Raketen zu Stande gebracht. „Dazwischen erkrachten zum Schrecken der zart besaiteten holden Weiblichkeit mächtige Kanonenschläge.“ Die wird es aktuell zum 300-Jährigen sicher nicht geben. Denn das heutige niedrige Zeltdach von Sankt Georg gelte nicht ohne Grund als „Mahnmal des Friedens“, so Kündgen: Am 4. Februar 1945 hatte das Gotteshaus noch im letzten Weltkriegsjahr durch Bomben seinen hohen Turmhelm verloren.

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